"weltwärts"-Freiwillige berichten von vor Ort
Von den internationalen Medien kaum beachtet, hat sich vor Weihnachten 2010 im Südosten Indiens eine schwere Überschwemmungskatastrophe ereignet. Allein in der Region Cuddalore im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu wurden nach heftigen, über Wochen andauernden Niederschlägen weite Landstriche überflutet. Mehr als 25.000 Hektar wertvolles Ackerland wurden überschwemmt.
Der Bensheimer Hilfsverein Bensheim hilft hat jetzt 15.000 Euro zugesagt, um die Notfhilfe-Maßnahmen vor Ort zu unterstützen.
25 Tage lang Dauerregen
Claudia Böhler und Anna Frank, die derzeit im Rahmen des "weltwärts"-Programms der Bundesregierung in Projekten der Karl Kübel Stiftung in der Region leben und dort in sogenannten Brückenschulen ehemalige Kinderarbeiter mit betreuen, haben die Überschwemmungen und die Folgen für die Bevölkerung hautnah erlebt: "In der Region um Kattumannarkoil sind 25 Dörfer von den schweren Regenfällen betroffen", berichten die zwei jungen Frauen. "Viele der Dorfbewohner sind Bauern und arbeiten jeden Tag auf den Feldern, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Während der schweren Regenfälle war es ihnen nicht möglich, auf die Reis-, Erdnuss-, Zuckerrohr- oder Maisfelder zu gehen.
Es hat die gesamten vergangenen 25 Tage geregnet. Die Flut dauerte bis zum 6. Dezember und zerstörte in dieser Zeit den Großteil der Ernte. Die Wassermassen haben jedoch nicht nur die Lebensmittelversorgung beeinträchtigt, sondern auch viele Lehmhütten und Straßen zerstört; die Menschen haben fast ihr gesamtes Hab und Gut verloren.
Auch die Tiere vieler Familien, Ziegen, Kühe oder Hühner, sind der Flut zum Opfer gefallen. Die Menschen haben somit ihre kompletten Einkommensquellen verloren, sie leiden unter extremem Geldmangel und können sich kein Essen kaufen. Ein paar Dörfer bekamen Reisportionen, die von uns besuchten nicht. Vermutlich war es für die Transporter zu schwierig, in die Dörfer zu gelangen, da die Infrastruktur durch die Flut teilweise zerstört worden ist oder aber die Wege noch überschwemmt waren.
Neben Lebensmitteln brauchen die Bewohner ganz dringend sauberes Trinkwasser."
Zerstörungskraft des Wassers
Die jungen Frauen aus Deutschland werden mit traurigen Geschichten konfrontiert. Claudia Böhler und Anna Frank berichten über tragische Todesfälle - zum Beispiel dem der kleinen Swetha: "Das achtjährige Mädchen lebte gemeinsam mit ihrer Familie in Azhinjamangalam. Während der Überschwemmungen spielte sie mit ihren Freunden in Flussnähe. Als sie den Fluss überqueren wollten, stürzte Swetha ins Wasser. Wie viele andere Inder konnte auch sie nicht schwimmen. Die Strömung war zu stark und sie ertrank. Familie und Freunde machten sich sofort auf die Suche nach ihr; nach einer Stunde wurde Swethas Leiche geborgen."
Betroffen berichten die Freiwilligen weiter: "Während der Fahrten durch die Dörfer bekamen wir einen Eindruck von der Zerstörungskraft des Wassers. Die Dorfbewohner brauchen schnell und dringend Hilfe, da sie ihren gesamten Besitz verloren haben und nicht auf Erspartes zurückgreifen können. Wir hoffen, dass sich Leser aufgrund unserer Schilderungen einen Eindruck von der derzeitigen Situation in den Dörfern machen können. Wir würden es als einen Erfolg wertschätzen, wenn wir sie anregen können, die Menschen im Katastrophengebiet mit einer Spende zu unterstützen."
Weitere Unterstützung dringend nötig!
Obwohl die indische Regierung, Lokalverwaltungen und örtliche Selbsthilfegruppen mittlerweile Nahrungsmittel und medizinische Erstversorgung gestellt haben, sind die Wohnverhältnisse der Menschen immer noch miserabel. Die Fluten haben das gesamte Inventar unbrauchbar gemacht, und die Familien müssen auf den weiterhin durchweichten, nassen und kalten Böden schlafen und leben. Infektionserkrankungen sind somit vorprogrammiert.
Aus den Mitteln von Bensheim hilft werden als erstes Decken und Matratzen für insgesamt 2.145 Familien beschafft. Die Karl Kübel Stiftung wird langfristig die Menschen unter anderem durch Kleinkredite unterstützen, so können die Lebensgrundlagen Schritt für Schritt wieder aufgebaut werden.
Unterstützen auch Sie die Menschen in Südindien beim Wiederaufbau! Spenden nehmen beide Organisationen unter dem Stichwort "Flutopfer Südindien" entgegen:
Spendenkonto Bensheim hilft:
Sparkasse Bensheim
BLZ 509 500 68
Kto-Nr. 3 33 33 33
Spendenkonto Karl Kübel Stiftung:
Sparkasse Bensheim
BLZ 509 500 68
Kto-Nr. 50 50 000
Herzlichen Dank!








