Trotz wirtschaftlichen Wachstums und unbestreitbarer Fortschritte belegt Indien im Hinblick auf das Thema Kinderarbeit immer noch einen traurigen Spitzenplatz. Laut Schätzungen von UNICEF gibt es weltweit 150 Millionen Kinder im Alter zwischen fünf und 14 Jahren, die als Kinderarbeiter tätig sind. Davon leben schätzungsweise 75 Millionen alleine in Indien.
Mädchen sind besonders benachteiligt
Wenn ein Mädchen arbeitet, ist sein Nutzen für die Familie weit höher, als wenn es die Schule besucht! Diese Meinung ist in Indien weit verbreitet. Ein Mädchen braucht keine Bildung, um die Aufgaben, die es später als Haus- und Ehefrau haben wird, zu erfüllen. Statt die Schule zu besuchen, verrichten Mädchen unbezahlte Hausarbeit und "lernen dabei fürs Leben".
Shruti Bhai hat es fast geschafft!
Ähnlich erging es Shruti Bhai. Die junge Frau, die kürzlich ihren 18. Geburtstag feierte, hatte ebenfalls schlechte Startchancen. Nach der dritten Klasse wurde das Mädchen trotz guter Leistungen von seinen Eltern von der Schule genommen.
Die Eltern, die selbst nie zur Schule gegangen waren, konnten sich den Schulbesuch für Shruti, die Ausgaben für die Schuluniform, Bücher und die Fahrten zur Schule, nicht mehr leisten. Das damals achtjährige Mädchen musste stattdessen auf die jüngeren Geschwister aufpassen und die Hausarbeit erledigen, da ihre Eltern tagsüber auf den Feldern der Großgrundbesitzer arbeiteten. Bei einem Familieneinkommen von 7.500,- indischen Rupien, damals etwa 150,- € pro Jahr (!), für eine fünfköpfige Familie reichte es oft nur für eine warme Mahlzeit am Tag.
Heute besucht Shruti Bhai eine weiterführende Schule und sie hat gute Chancen, ihren Berufswunsch, Ärztin zu werden, zu realisieren.
Shruti wurde vor fast zehn Jahren in eine sogenannte Brückenschule aufgenommen. Brückenschulen sind Einrichtungen, in der ehemalige Kinderarbeiter wieder an das Regelschulniveau herangeführt und danach in die staatlichen Schulen integriert werden. Die Karl Kübel Stiftung unterstützt zahlreiche solcher Schulen in Indien. Schulbildung ist unerlässlich, denn nur so haben die Kinder eine Chance, in diesem sich rasant entwickelnden Land einen qualifizierten Beruf zu ergreifen und ein ordentliches Einkommen zu erzielen.
In den Brückenschulen lernen die Kinder nicht nur den versäumten Schulstoff, sondern sie erhalten auch die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und Talente zu entwickeln und eben ein wenig Kindheit mit Spiel und Spaß zu erleben. Unsere Stiftung finanziert die Betreuung der Kinder, ihre Verpflegung und Unterkunft, Schulgeld, Kleidung und medizinische Versorgung.
Schon mit etwa 25,-€ pro Monat können die Rundumversorgung eines Kindes und die Wiedereinschulung sicher gestellt werden. Um ein Studium zu finanzieren, werden ca. 800,- € pro Jahr benötigt.
Wir werden das massive Problem der weltweiten Kinderarbeit nicht kurzfristig lösen können, doch wenn wir dieses riesige Problem auf den Einzelnen reduzieren, dem wir die Hand reichen und ein besseres Leben ermöglichen können, dann ist das ein erster Schritt.
Helfen Sie uns dabei und schenken Sie diesen Kindern eine Zukunft!
Spendenkonto-Nr. 50 50 000, Sparkasse Bensheim BLZ 509 500 68, Stichwort:
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