Die Karl Kübel Stiftung unterstützt in Indien sogenannte Brückenschulen, um ehemaligen Kinderarbeitern eine Perspektive zu schaffen. Dafür ist vor allem die Schulbildung grundlegend, denn nur ausgebildet haben Kinder die Chance auf eine Zukunft ohne Hunger und Not.
Die Hälfte der Kinderarbeiter weltweit kommt aus Indien
Trotz wirtschaftlichen Wachstums und der unbestreitbaren Fortschritte in vielen Bereichen steht Indien im Hinblick auf das Thema Kinderarbeit immer noch an prominenter Stelle. Laut Schätzungen von UNICEF gibt es weltweit 150 Millionen Kinder im Alter zwischen fünf und 14 Jahren, die als Kinderarbeiter tätig sind. Davon leben schätzungsweise 75 Millionen, also 50 Prozent aller Kinderarbeiter, in Indien.
Kinderarbeit in Indien ist vorrangig ein Phänomen des sogenannten informellen Sektors, das heißt nur vergleichsweise wenige Kinder arbeiten in organisierten, industrialisierten Bereichen. Der Großteil der Mädchen und Jungen auf dem Subkontinent, die finanziell zum Überleben der Familie beitragen, sind in der Landwirtschaft, im Straßen- und Gebäudebau oder in den Haushalten zu finden.
Mädchen sind besonders benachteiligt
"Wenn ein Mädchen arbeitet, ist sein Nutzen für die Familie weit höher, als wenn es die Schule besucht!" - Diese Meinung ist in Indien weit verbreitet. Ein Mädchen braucht keine Bildung, um die Aufgaben, die es später als Haus- und Ehefrau haben wird, zu erfüllen. Statt die Schule zu besuchen, verrichten Mädchen unbezahlte Hausarbeit und "lernen dabei fürs Leben".
Shruti Bhai hat es fast geschafft!
Ähnlich erging es Shruti Bhai. Die junge Frau, die kürzlich ihren 18. Geburtstag gefeiert hat, hatte schlechte Startchancen: Nach der dritten Klasse wurde sie trotz guter Leistungen von ihren Eltern von der Schule genommen. Die Eltern, beide Tagelöhner, die selbst nie zur Schule gegangen waren, konnten sich den Schulbesuch, die Ausgaben für die Schuluniform, Bücher und die Fahrten zur Schule, nicht mehr leisten. Das damals achtjährige Mädchen musste stattdessen auf seine jüngeren Geschwister aufpassen und den Großteil der Hausarbeit erledigen, da die Eltern tagsüber auf den Feldern der Großgrundbesitzer arbeiteten. Das Familieneinkommen von 7.500,- indischen Rupien pro Jahr, zum damaligen Zeitpunkt waren das etwa 150,- Euro, reichte für eine fünfköpfige Familie oft nur für eine warme Mahlzeit am Tag, aber nicht dazu, das Mädchen zur Schule zu schicken.
Heute besucht Shruti Bhai, die den Lambani, einer traditionellen indischen Volksgruppe, angehört, die zweite Klasse eines Colleges in der Nähe von Tarikere im Hochland von Karnataka in Südindien. Sie hat gute Chancen, ihren Berufswunsch, Ärztin für die Armen zu werden, zu realisieren. Wenn sie im nächsten Frühjahr das College abschließt, folgen drei weitere Jahre auf der Universität. Ihre derzeitigen Leistungen sind sehr gut, so dass sie hoffen kann, im nächsten Jahr auf die Universität wechseln zu dürfen.
Schulbildung ist unerlässlich
Shruti wurde vor knapp zehn Jahren in eine sogenannte Brückenschule aufgenommen, nachdem Mitarbeiter einer lokalen Hilfsorganisation ihre Eltern überzeugen konnten, sie doch wieder zur Schule gehen zu lassen. Es handelt sich dabei um eine Einrichtung, in der ehemalige Kinderarbeiter an das Regelschulniveau herangeführt und danach wieder in die staatlichen Schulen integriert werden. Die Karl Kübel Stiftung unterstützt etliche dieser Einrichtungen in Indien, um ehemaligen Kinderarbeitern eine Perspektive zu schaffen. Schulbildung ist dafür unerlässlich, denn nur damit haben die Kinder eine Chance, in dem sich rasant entwickelnden Indien einen qualifizierten Beruf zu ergreifen und ein ordentliches Einkommen zu erzielen.
In den Brückenschulen lernen die Kinder nicht nur den versäumten Schulstoff, sie erhalten auch die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und Talente zu entwickeln und wieder ein wenig Kindheit mit Spiel und Spaß zu erleben. Die Karl Kübel Stiftung finanziert, mit Unterstützung privater Spender, die Betreuung der Kinder, ihre Verpflegung und Unterkunft, Schulgeld, Kleidung und medizinische Versorgung.
Nur durch den Beitrag von Spendern konnte Shruti Bhai dieser Weg ermöglicht werden. Schon mit etwa 25,- Euro im Monat kann die Rundumversorgung eines Kindes und die Wiedereinschulung sichergestellt werden. Um ein Studium wie im Fall von Shruti zu finanzieren, werden zirka 800,- Euro pro Jahr benötigt.
Grundsätzlich sind folgende Arten der Förderung möglich:
Förderung ehemaliger Kinderarbeiter bis zum 10. Schuljahr einschließlich (unserem Hauptschulabschluss vergleichbar) - Förderbeitrag pro Kind 300,- € pro Jahr
Förderung ehemaliger Kinderarbeiter bis zum 12. Schuljahr (etwa unserem Abitur vergleichbar) - Förderbeitrag aufgrund höherer Schulgebühren (weiterführende Schulen), höherem Aufwand für Schulbücher, Fahrten zur Schule etc. pro Kind 400,- € pro Jahr
Förderung einer Hochschulausbildung für ehemalige Kinderarbeiter - Förderbeitrag aufgrund Hochschulgebühren, Kursgebühren, Lehrmaterial, Unterbringung im Studentenwohnheim, Fahrten etc. pro Kind 800,- € pro Jahr
Bitte unterstützen auch Sie die Aktivitäten der Karl Kübel Stiftung gegen Kinderarbeit in Indien!
Alle Spenden werden ohne Abzug an den örtlichen Projektträger in Indien weitergeleitet. Spendenbescheinigungen werden den Spendern auf Wunsch automatisch zugeschickt. Kosten für die Projektverwaltung und Betreuung trägt die Karl Kübel Stiftung.
Spenden können auf das Spendenkonto der Karl Kübel Stiftung bei der Sparkasse Bensheim unter dem Stichwort "Bildung statt Kinderarbeit, Indien" überwiesen werden: Konto-Nr. 50 50 000, BLZ 509 500 68.









