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»In den letzten 300 Jahren hat die industrielle Revolution vermocht, die Lebensbasis für Milliarden Menschen zu schaffen und nun steht die Menschheit am Rande des Abgrunds, weil das Wachstum in Blindheit geschieht. Wir müssen lernen, im Wachsen fruchtbar zu werden.« (Karl Kübel)

Karl Kübel Preis 2010 geht nach Mengerskirchen

Karl Kübel Preis-Verleihung 2010
(v.l.n.r.): Stiftungsratsvorsitzender Matthias Wilkes (Karl Kübel Stiftung) und Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder mit den Vertretern des Preisträgers, des "Bildungsforums Mengerskirchen": Christoph Peuser, Nicole Wegmann und Bürgermeister Thomas Scholz.

Bundesfamilienministerin überreicht Auszeichnung in Berlin

Berlin/Bensheim. Der mit 50.000 Euro dotierte Karl Kübel Preis geht in diesem Jahr an den hessischen Marktflecken Mengerskirchen.

Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie zeichnet damit das Projekt "Starke Kinder" des "Bildungsforums Mengerskirchen" aus; die Initiative ist ein Zusammenschluss aller an Bildung und Erziehung beteiligten Institutionen und Einrichtungen in der Kommune im Landkreis Limburg-Weilburg. Die diesjährige Schirmherrin des Karl Kübel Preises, Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder, und der Stiftungsratsvorsitzende der Karl Kübel Stiftung, Matthias Wilkes, haben die Auszeichnung am 6. September bei einem Festakt in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin an eine Delegation aus Mengerskirchen überreicht. Der Karl Kübel Preis 2010 steht unter dem Motto "Macht uns stark - Bildungs- und Präventionsnetzwerke für Eltern mit jungen Kindern"; es handelt sich um die höchst dotierte Auszeichnung aus dem deutschen Stiftungswesen für vorbildhaftes Engagement zugunsten von Eltern mit jungen Kindern.

Der Preisträger

Die Preisträger-Organisation erhält die Anerkennung für ihr vorbildliches Engagement durch Bildungs- und Präventionsangebote, die sich an alle in der Kommune lebenden Familien richten; sämtliche an Bildung- und Erziehung beteiligten Institutionen und Einrichtungen stehen im
Bildungsforum in ständigem Austausch und Kontakt untereinander und zu der Elternschaft in Mengerskirchen. Die gemeinsamen Erfahrungen und Kompetenzen sowie die personellen und finanziellen Ressourcen werden gebündelt; dadurch entsteht ein Frühwarnsystem, das es ermöglicht, Entwicklungsrisiken im familiären Zusammenleben und bei der kindlichen Entwicklung rechtzeitig zu erkennen und früh präventive Maßnahmen zu ergreifen.

Der Preisverleihung ist ein Auswahlverfahren unter den mehr als 350 Organisationen und Initiativen aus Deutschland vorangegangen, die sich um den Karl Kübel Preis 2010 beworben haben. Nach einem intensiven Prüfverfahren, an dem ein unabhängiges Gremium von Fachleuten maßgeblich mitwirkte, sind von den Stiftungsgremien in einem nächsten Schritt sechs Standorte für den Preis nominiert worden: Neben Mengerskirchen waren dies

  • der PAPA-Laden im Väterzentrum Berlin;
  • die Stadt Gelsenkirchen mit ihrem Team Familienbildung/Familienförderung;
  • das Eltern-Kind-Zentrum Lohbrügge Ost in Hamburg;
  • das Projekt "von der Kindertagesstätte zum Familienzentrum" der Stadt Hannover;
  • das Projekt "Elternschule /Gemeinsam stark" in Jena.

Hilfe zur Selbsthilfe-Ansatz überzeugt

"Das Bildungsforum Mengerskirchen ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie in einer Kommune im gemeinschaftlichen Zusammenwirken der gesellschaftlichen Kräfte ein starkes und verlässliches Netzwerk für Familien entstehen kann. Eltern und Kinder werden mit ihren individuellen Bedürfnissen wahrgenommen und erhalten passgenaue Angebote. Die Familien werden jedoch nicht lediglich im versorgenden Sinn begleitet und unterstützt, sondern auch im besonderem Maße aktiviert, um ihre Situation auch im gestärkten Vertrauen auf die eigenen Kräfte zu verbessern.
Dies entspricht ganz dem Prinzip der 'Hilfe zur Selbsthilfe', für das sich der sozial engagierte Unternehmer und Stifter Karl Kübel Zeit seines Lebens bei allen familienbezogenen Förder- und Hilfsmaßnahmen eingesetzt hat", begründet Matthias Wilkes, Stiftungsratsvorsitzender der Karl Kübel Stiftung, die Preisvergabe.

Vorbildfunktion der nominierten Standorte

Wilkes würdigte auch die Leistungen der fünf übrigen nominierten Standorte: "Den Nominierten, die allesamt bis zur Preisverleihung viele Hürden genommen und sich gegenüber der großen Zahl von Mitbewerbungen behauptet haben, gilt unser großer Respekt. Ihr familienorientiertes
Engagement kann anderen als Vorbild dienen."

Ein ausdrücklicher Dank hat auch den prominenten Botschaftern des Karl Kübel Preises gegolten; als solche hatten Persönlichkeiten wie Stephanie zu Guttenberg, die Schauspielerin Natalia Wörner, der Schauspieler Hans-Werner Meyer und der Erziehungswissenschaftlicher Wassilios Fthenakis den Preis unterstützt. Mit dem Karl Kübel Preis möchte die Stiftung nicht nur die besten Beispiele von familienbezogenen Projekten im Sinne des ausgeschriebenen Preisthemas hervorheben, sondern auch den vielfältigen Einsatz von Organisationen stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken, die sich hierzulande für Eltern mit Kindern unter drei Jahren einsetzen. Der Blick soll auf Initiativen und Institutionen gerichtet werden, die Mütter und Väter stärken und vermitteln, dass Chancengerechtigkeit des Aufwachsens eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellt.

Die Schirmherrin des Karl Kübel Preises 2010, Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder, hat dieses Anliegen bei der Preisverleihung aufgegriffen und ausdrücklich all denjenigen gedankt, die hinter den für den Karl Kübel Preis eingereichten Projekten stehen.

Stiftungsratsvorsitzender Matthias Wilkes hat angekündigt, dass die Stiftung das Thema für den nächsten Karl Kübel Preis in wenigen Wochen bekannt geben wird; dann werden erneut Organisationen und Initiativen aus dem gesamten Bundesgebiet die Möglichkeit haben, sich mit geeigneten Projekten um die Auszeichnung zu bewerben.


Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie

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