Zum Facebook-Profil der Karl-Kübel-Stiftung


»In den letzten 300 Jahren hat die industrielle Revolution vermocht, die Lebensbasis für Milliarden Menschen zu schaffen und nun steht die Menschheit am Rande des Abgrunds, weil das Wachstum in Blindheit geschieht. Wir müssen lernen, im Wachsen fruchtbar zu werden.« (Karl Kübel)

Ein Jahr nach dem Wirbelsturm AILA

Menschen im Katastrophengebiet
2009: Notunterkunft im Katastrophengebiet

Infos

Um das Projekt weiter zu tragen, sind wir auch künftig auf Ihre Spenden angewiesen. Spenden sind auf folgende Bankverbindungen möglich:

Spendenkonto der Karl Kübel Stiftung
Stichwort "AILA"
Konto Nr. 50 50 000
bei der Sparkasse Bensheim,
BLZ 509 500 68

Spendenkonto von "Bensheim hilft"
Konto Nr. 3 33 33 33
bei der Sparkasse Bensheim,
BLZ 509 500 68

Ihr Ansprechpartner:
Dr. Michael Holländer
Projektreferent Entwicklungszusammenarbeit
Tel: 06251 - 70 05 24
m.hollaender@kkstiftung.de

Infos

In einer Ausstellung in der Sparkasse Bensheim informiert Bensheim hilft über seine fünfjährige Arbeit - u.a. auch über die Hilfe im Überschwemmungsgebiet in Westbengalen.

Ausstellungseröffnung: 31. Mai, ab 18 Uhr

Die Ausstellung läuft bis zum 18. Juni.

 

Ein Jahr nach dem Wirbelsturm AILA: Im Namen der Zielgruppen sagt die Karl Kübel Stiftung "danke"

Genau vor einem Jahr, am 25. Mai 2009, wütete der verheerende Tropenwirbelsturm AILA über dem indischen Bundesstaat Westbengalen und Teilen von Bangladesch. Der Sturm forderte - wie in unseren früheren Meldungen berichtet - unzählige Todesopfer und zerstörte die Lebensgrundlage der Menschen.
Unter den zwölf am stärksten betroffenen Regionen in Indien war der Bezirk South 24 Parganas im ausgedehnten Mangrovengebiet der Sundarbans; hier liegt das Dorf Samsernagar auf einer abgelegenen Insel. Über das Development Research Communication and Service Centre (DRCSC), ein langjähriger Partner der Karl Kübel Stiftung in Indien, wurde die Stiftung wenige Tage nach dem Wirbelsturm auf das Schicksal und die katastrophale Lage der 1.887 Familien im Dorf Samsernagar aufmerksam gemacht.

Humanitäre Nothilfe im Wert von ca. 3.200 Euro
Um das unmittelbare Überleben der bis dahin von Hilfsmaßnahmen abgeschnittenen Menschen zu sichern, hat die Karl Kübel Stiftung gemeinsam mit DRCSC ein Boot gechartert, um die in primitivsten Notunterkünften ausharrenden Familien mit lebensnotwendigen Hilfsgütern zu versorgen. Nur dank großzügiger privater Spenden aus Deutschland und Spenden des Vereins Bensheim hilft war diese unbürokratische und schnelle Hilfe möglich.

Rehabilitationsmaßnahmen im Wert von ca. 5.300 Euro
Im Sinne einer langfristigen und entwicklungsorientierten Nothilfe sollten mit Folgemaßnahmen die Voraussetzungen für eine nachhaltige Rehabilitierung, also die Wiederherstellung der physischen und psychischen Gesundheit der betroffenen Menschen, vor Ort unterstützt werden.

Trinkwasser für 10.283 Menschen
Da die mangelhafte Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser von allen Menschen vor Ort als größtes Problem artikuliert wurde, wurde der Bau von zwei Trinkwasserbrunnen beschlossen. Nach zahlreichen administrativen und technischen Problemen ist der Bau des ersten Brunnens inzwischen abgeschlossen. Der zweite Brunnen wird nach Ende der Monsunregenzeit in diesem Jahr fertig gestellt. Mit Hilfe der hochwassersicher konstruierten Brunnen wird die Versorgung von 10.283 Menschen mit sauberem Trinkwasser gewährleistet. Ein alter Mann brachte seine Begeisterung bei einem Projektbesuch vor Ort so zum Ausdruck: "Im Alter von 72 Jahren und nach 63 Jahren der Unabhängigkeit Indiens darf ich nun noch erleben, dass unser Dorf endlich sauberes Trinkwasser bekommt."

Gesunde Ernährung für die Kinder des Dorfes
Um die Folgen der Unter- und Mangelernährung der Kinder zu reduzieren, wurden an den zwei Schulen im Dorf Schulgärten aufgebaut, die mit dem abfließenden Wasser der Trinkwasserbrunnen bewässert werden können. Die Schulgärten werden von vier gesondert geschulten Komitees selbst verwaltet und von den Eltern der Schulkinder selbst bewirtschaftet. Inzwischen liefern die biologischen Gärten Gemüse und Obst als eine wichtige qualitative und quantitative Ergänzung zum staatlich finanzierten kärglichen Mittagessen an den Schulen, das zuvor nur aus ein wenig Reis und Linsen bestand.
Um die Gärten weiter ausbauen zu können, erhielt ein Schulkomitee das kostenlose Nutzungsrecht an einen kleinen Bewässerungsteich übertragen - ein weiterer Beleg dafür, wie hoch die Unterstützung vor Ort ist. Der Bewässerungsteich wurde inzwischen renoviert und kann in der anstehenden Regenzeit Wasser für die Bewässerung in der folgenden Trockenzeit speichern.

Kompetenzen und Bewusstsein für eine nachhaltige und biologische Landwirtschaft
Der erfolgreiche Start der Schulgärten hat das Interesse der Dorfbewohner an einer nachhaltigen und biologischen Landwirtschaft geweckt. Daraufhin wurden verschiedene Fortbildungen (z.B. Herstellung und Verwendung von Biodüngern, Anwendung von Mischkulturen und Fruchtwechsel-Wirtschaft, effiziente Bewässerungsmethoden) angeboten, die inzwischen erste Ergebnisse zeigen. So wurde im vergangenen Jahr etwa 400 kg Wurmkompost produziert, und einzelne Haushalte haben Hausgärten nach dem Modell der Schulgärten aufgebaut.

Ohne Ihre großzügigen Spenden wären diese Erfolge nicht möglich gewesen!
Im Namen der Dorfbewohner von Samsernagar und im Namen des indischen Partners möchte sich die Karl Kübel Stiftung ein Jahr nach dem katastrophalen Wirbelsturm AILA herzlich für das Vertrauen in ihre Arbeit und für die finanzielle Unterstützung bedanken.

Entsalzung der Böden als nächste Herausforderung
Das Leben der Menschen in Samsernagar hängt hauptsächlich von der Landwirtschaft ab. Gleichsam als Ergänzung sind der einfache Fischfang und die tradierte Nutzung der Wälder vor Ort verankert.
Die Überschwemmung der Felder mit salzhaltigem Brackwasser als Folge des Wirbelsturms hat den Salzgehalt der Böden oft signifikant erhöht; im ersten Jahr nach AILA war aufgrund des hohen Salzgehalts auf vielen landwirtschaftlichen Nutzflächen kein Anbau möglich. Dies führte zu einer verstärkten Nutzung der Mangrovenwälder und -gewässer. Es handelt sich bei den geschützten Mangrovenwälder und -gewässern um hoch sensible Ökosysteme, die einer solchen Übernutzung nicht lange standhalten. Aus diesem Grund ist die Rehabilitierung der versalzenen Böden und damit der Landwirtschaft die nächste Herausforderung, der die Stiftung sich gemeinsam mit ihrem Partner vor Ort stellen möchte.

Zur Finanzierung nimmt die Karl Kübel Stiftung gern weitere Spenden entgegen.


Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie

| Postfach 15 63 | 64605 Bensheim
Darmstädter Straße 100 | 64625 Bensheim | Tel. +49 (0) 6251 7005-0 | Fax +49 (0) 6251 7005-55