Newsletter 1/2010

Liebe Leserin, lieber Leser,

am 6. September dieses Jahres wird der Karl Kübel Preis nach zehn Jahren Pause wieder vergeben. Mit dem aktuellen Newsletter informiert Sie die Karl Kübel Stiftung unter anderem über den Stand der Bewerbungen und über die Aktivitäten in den anderen Arbeitsbereichen der Stiftung.

Ihre Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie

DZI Spendensiegel

Aus dem Inhalt

Die Stiftung

Karl-Kübel-Straße in Worms eingeweiht

Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Worms, der Familie Kübel und der Karl Kübel Stiftung haben im März im Wormser Stadtteil Horchheim die Karl-Kübel-Straße eingeweiht.
Der Unternehmer und Stifter Karl Kübel (1909-2006) hatte 1932 in Worms seine später europaweit erfolgreichen 3k-Werke eröffnet. Die von seiner Siedlungsbaugesellschaft 'das familiengerechte heim' geschaffene Nikolaus-Ehlen-Siedlung in Worms gilt als ein Beispiel erfolgreicher familienfreundlicher Stadtplanung. Die ebenfalls auf Karl Kübel zurückgehende und vor Ort ansässige 'AG für Kind und Familie' unterstützt bis heute familienorientierte Projekte in der Region. Mit der Karl-Kübel-Straße hat Worms nun eine bleibende Erinnerung an Karl Kübel geschaffen, der 1997 mit dem Ehrenring die höchste Auszeichnung der Stadt erhielt. mehr

Einweihung KK-Straße

Wechsel im Vorstand der Stiftung

Michael Böhmer folgt auf Jörg Schmidt
Der Stiftungsrat hat mit Wirkung zum 1. Januar 2010 Michael Böhmer in das hauptamtlich arbeitende Gremium berufen. Dort ist der gebürtige Mainzer für die Vermögensverwaltung und das Finanz- und Rechnungswesen verantwortlich. Böhmer ist verheiratet, Vater von vier Kindern und lebt mit seiner Familie in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt.
Sein Vorgänger Jörg Schmidt scheidet zum Ende April 2010 nach neunjähriger Tätigkeit aus der Stiftung aus.

Michael Böhmer

Michael Böhmer

Aus den Bildungsinstituten

Odenwald-Institut

Das Leben ist ein Fest

Aus der Seminarreihe "Gottes schöne Sprachen"
Wer eine Religion erspüren will, muss sie von innen erfahren, davon ist Dr. Christoph Quarch überzeugt. Er hat den Schamanen und Ältesten der Inuit Angaangaq Angakkorsuaq aus Grönland für ein Wochenende im Odenwald-Institut gewonnen. Angaangaq wird vom 16. bis 18. April 2010 mit den Teilnehmern traditionelle Zeremonien begehen, Lieder rezitieren, Weisheits-Geschichten der Eskimos erzählen und mit seiner Wind-Trommel Heilungs-Rituale durchführen. Verbunden mit kurzen Einführungen in die Kultur seines Volkes und in die Praxis des Schamanismus erfahren Interessierte: "Das Leben ist ein Fest!"
Weitere Termine und mehr zu den Themen und Referenten finden Sie unter www.odenwaldinstitut.de. 

Odenwald-Institut beim IHK-Aktionstag Weiterbildung
Die Nachfrage beim Aktionstag am 12. März war so groß, dass die IHK kurzfristig einen großen Raum organisieren musste, damit der Kurzworkshop "Timeout statt Burnout - Stressbewältigung durch Achtsamkeit" stattfinden konnte. Das Odenwald-Institut ist jedes Jahr mit einem Forenbeitrag zu einem aktuellen Thema beim regionalen Aktionstag der IHK vertreten. Mit Stressmanagement hat die Bildungseinrichtung offensichtlich ein Thema angesprochen, das viele Menschen interessiert; mehr als 100 Besucher hatten sich angemeldet.

Odenwald-Institut würdigt TZI-Begründerin und Begleiterin Ruth Cohn
Am 30. Januar 2010 verstarb mit Ruth Cohn eine Psychotherapeutin, deren Konzept der Themenzentrierten Interaktion (TZI) seit über 40 Jahren die Pädagogik sowie die Erwachsenenbildung wesentlich beeinflusst hat. Sie entwickelte mit TZI ein Konzept ganzheitlichen Lernens, das eindeutig an Werten orientiert ist.
Für das Odenwald-Institut war Cohn eine wichtige Wegbegleiterin, deren Impulse die Entwicklung des Instituts entscheidend mit geprägt haben. Von Beginn an vor mehr als 30 Jahren war die TZI neben der Transaktionsanalyse (TA) die wichtigste Wurzel der pädagogischen Arbeit im Odenwald-Institut. Als Beraterin stand Cohn den Gründern Mary Anne und Karl Kübel zur Seite. mehr

Odenwald-Institut

Das Odenwald-Institut auf der Tromm

Karl Kübel Institut

Entwicklungszusammenarbeit in Theorie und Praxis

Going India - Studierende aus Konstanz lernen am KKID
Im Rahmen der im September 2009 vereinbarten Zusammenarbeit der Stiftung und des Karl Kübel Institute for Development Education (KKID) in Coimbatore mit der Fachhochschule in Konstanz durchliefen 19 Studierende des Studiengangs Wirtschaftssprachen Asien und Management im Februar ein für sie maßgeschneidertes Fortbildungsprogramm zum Thema deutsch-indische Entwicklungszusammenarbeit mit vielfältigen Praxiseinblicken in Entwicklungsvorhaben vor Ort.

Innerhalb eines vorbereitenden Wahlpflichtfachs hatten die Studierenden die Möglichkeit, die sie interessierenden Themen zu benennen und Grundlagen zu erarbeiten. Auf dieser Basis hat das Bildungszentrum ein anspruchsvolles Programm in einem spannenden Mix aus Theorie und Praxis ausgearbeitet. Hierzu zählten zum einen Vorträge in Bildungseinrichtungen und zum anderen Dorf- und Projektbesuche, Gespräche mit Vertretern lokaler Nichtregierungsorganisationen, Selbsthilfegruppen, Dorfkomitees, Umweltaktivisten und dem Bürgermeister von Coimbatore.
Indien wurde für die Hochschüler aus einer neuen, meist angewandten Perspektive erlebbar, und das Arbeitsgebiet der Entwicklungszusammenarbeit mit seinen vielschichtigen Herausforderungen wurde veranschaulicht. mehr

Studenten aus Konstanz im KKID

Osterberg-Institut

Wissen, wie man Wissen vermittelt

Infoveranstaltung: Trainerausbildung mit Universitätszertifikat
Das Anforderungsprofil für Trainer in der Erwachsenenbildung wächst ständig. Aktuelle und vielseitige Formen des Lehrens zu beherrschen, ist längst Standard. Darüber hinaus sind hohe persönliche und soziale Fähigleiten mehr und mehr gefragt. Die Train-the-Trainer-Qualifizierung, die vom Institut für Weiterbildung an der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Uni Hamburg und dem Osterberg-Institut seit mehreren Jahren gemeinsam erfolgreich angeboten wird, vermittelt umfassende Kompetenzen.
Eine Infoveranstaltung am 21. April 2010 um 18.30 Uhr in der Uni Hamburg stellt diese Qualifizierung vor. mehr

Neue Weiterbildung für die Arbeit mit Kindern unter 3
Kleinkinder entwickeln sich in einem später nie wieder erreichten Tempo. Allein ihr Wortschatz verdreifacht sich zwischen dem 2. und dem 3. Geburtstag. Wer diese Phase zum Beispiel als ErzieherIn gut begleiten will, braucht besondere Kompetenzen. Eine neu entwickelte Weiterbildung, die diese speziellen Kenntnisse vermittelt, beginnt im Osterberg-Institut am 2. Juni 2010.
Die Qualifizierung mit dem Titel "FIT fürs die Jüngsten" wird in Kooperation mit dem DRK-Landesverband Schleswig-Holstein e.V. und der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Neumünster angeboten. Sie wendet sich an sozialpädagogische Fachkräfte und ErzieherInnen, Krippen- und SozialpädagogInnen. Diese sollen befähigt werden, Kinder unter drei Jahren und deren Eltern in ihrer Entwicklung zu begleiten. mehr

Osterberg-Institut

Das Osterberg-Institut in Schleswig-Holstein

Felsenweg-Institut

Das Felsenweg-Institut ist umgezogen

Das alte Büro platzte aus allen Nähten, jetzt aber hat das Team endlich wieder genug Platz, um den vielfältigen Projekten nachzugehen. Seit März lautet die neue Adresse des Instituts:
Straße des 17. Juni 25
01257 Dresden

14. Sächsischer Familientag
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz hat das Felsenweg-Institut auch in diesem Jahr mit der Planung und Organisation des Sächsischen Familientags betraut. Dieses Jahr findet er am 19. Juni in Borsdorf bei Leipzig statt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Alle Plätze im Projekt Pro Kind Sachsen vergeben
Im Rahmen des Landesprojekts "Netzwerke für Kinderschutz - Pro Kind Sachsen" werden in vier sächsischen Modellregionen unter der Leitung des Felsenweg-Instituts und mit wissenschaftlicher Begleitung Kinderschutznetzwerke aufgebaut. Zusätzlich wird das Frühpräventionsangebot "Pro Kind" in den vier Modellregionen und drei Aufnahmeorten erprobt und umgesetzt. Inzwischen sind alle Plätze im Projekt vergeben, so dass die Aufnahmephase erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Insgesamt wurden 250 Teilnehmerinnen aus der Zielgruppe "multipel risikobelastete Schwangere" in das Projekt aufgenommen.
Weitere Infos unter www.nfk-sachsen.de

Seminare in Sachsen und Thüringen
Das Felsenweg-Institut führt aktuell zahlreiche Veranstaltungen zum Themenbereich Erziehungs- und Bildungspartnerschaft für pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Schulhorten durch. Dabei sind die Institutsmitarbeiter nicht nur in Sachsen, sondern auch in Thüringen unterwegs. www.felsenweginstitut.de

Großes Finale der Meisterschaften im März
Für FamilyGames, den Spielebereich des Felsenweg-Instituts, war der März ein regelrechter Meisterschafts-Monat. Für den Zoch Verlag wurde ein Heckmeck-Triathlon ausgerichtet, glückliche Teilnehmer gab es bei der Einfach Genial Meisterschaft für KOSMOS und für den Spieleverlag Goliath wurde das Rolit Meisterschaft Finale inhaltlich gestaltet. Außerdem war FamilyGames wie immer auf der Buchmesse in Leipzig vertreten und konnte unzählige Besucher für das gemeinsame Spielen begeistern.
www.familygames.de

Publikum beim 13. Sächsischen Familientag

Sächsischer Familientag 2009

Inlandsarbeit

Mehr als 350 Bewerbungen um Karl Kübel Preis

355 Einrichtungen und Organisationen aus ganz Deutschland haben sich bis zum Bewerbungsschluss um den Karl Kübel Preis 2010 beworben und damit die Erwartungen der Karl Kübel Stiftung deutlich übertroffen. Im vergangenen Herbst hatte die Stiftung den mit 50.000 Euro dotierten Preis ausgeschrieben; er würdigt beispielhafte Aktivitäten im Bereich "Frühe Kindheit".
Der Preis wird jährlich, jeweils zu einem anderen Schwerpunktthema aus dem Bereich Familie vergeben. In diesem Jahr trägt er den Titel „Macht uns stark! Bildungs- und Präventionsnetzwerke für Eltern mit jungen Kindern"; er wird am 6. September in Berlin feierlich verliehen. "Der Karl Kübel Preis bietet die großartige Möglichkeit, all denjenigen, die hinter den Projekten stehen, herzlich 'Danke' zu sagen", betont Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder, die die Schirmherrschaft übernommen hat.

Fachliche Unterstützung bei der Auswertung der Bewerbungen erhält die Stiftung von einem Expertengremium; dessen Mitglieder sind Isa Baumgarten, Geschäftsführerin der Heinz- und Heide-Dürr-Stiftung, Nasaria Makey, Leiterin des Kinder- und Familienzentrums in Frankfurt-Fechenheim, Dr. Jörg Maywald, Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind und Dr. Jürgen Wüst vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München.
Weitere prominente Unterstützung erhält die Stiftung von ihren Botschaftern - Schauspielerin Natalia Wörner, Schauspieler Hans-Werner Meyer, Bildungs- und Familienforscher Professor Wassilios E. Fthenakis sowie Stephanie zu Guttenberg, die ihr Engagement so erklärt: "Wenn wir von unseren Kindern sprechen, so sprechen wir von unserer Zukunft. Jeder noch so kleine Einsatz für Kinder ist ein Einsatz für unsere Zukunft und für eine der wichtigsten Grundsäulen unserer Gesellschaft - unsere Familie."
www.karlkuebelpreis.de

© Stephanie Freifrau von und zu Guttenberg / Paul Schirnhofer

Botschafterin des Karl Kübel Preises: Stephanie Freifrau von und zu Guttenberg (© Stephanie Freifrau von und zu Guttenberg / Paul Schirnhofer)

Neuer Early Excellence Modellstandort der Stiftung

Die Karl Kübel Stiftung hat kürzlich mit dem Dobritzer Kinderland in Dresden eine Vereinbarung zum Aufbau eines Early Excellence Centres nach britischem Vorbild geschlossen. Damit wird das Dobritzer Kinderland der sächsische Modellstandort der Stiftung im Rahmen ihrer Early Excellence Aktivitäten. Dem Vertragsabschluss sind intensive Kontakte und Gespräche vorangegangen, bei denen sich die Stiftung von der besonderen Eignung des Standorts überzeugen konnte.
Dobritzer Kinderland

Das Dobritzer Kinderland

Entwicklungszusammenarbeit

Roland Koch im Projektgebiet von 'Hessen hilft den Flutopfern'

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat Anfang März gemeinsam mit einer Delegation aus Politik, Diplomatie und Medien das Projektgebiet von 'Hessen hilft den Flutopfern' im südost-indischen Bundesstaat Tamil Nadu besucht. Die Besucher haben sich am Beispiel der Dörfer Devaneri und Paramankeni einen Eindruck vom Stand der Hilfsmaßnahmen und der erreichten Ziele gut fünf Jahre nach dem Tsunami verschafft und sich anhand konkreter Maßnahmen über Verlauf und Erfolge der spendenfinanzierten Hilfe informiert.
'Hessen hilft den Flutopfern' ist Ende 2004 vom Land Hessen, HitRadio FFH, dem Verband Hessischer Zeitungsverleger und der Karl Kübel Stiftung ins Leben gerufen worden. Die Stiftung hatte die Koordination der Hilfe und des Wiederaufbaus in Zusammenarbeit mit indischen Partnerorganisationen übernommen. Insgesamt sind durch die Aktion mehr als 1,6 Millionen Euro an Spenden gesammelt und in den Wiederaufbau investiert worden.

Etwa 900.000 Menschen hatten in Indien unmittelbar unter den Folgen des Tsunami zu leiden. Knapp 8.000 Todesopfer waren zu verzeichnen, die Fluten richteten massiven wirtschaftlichen Schaden an.
Ministerpräsident Roland Koch war von den Ergebnissen des Wiederaufbaus tief beeindruckt. "Den hessischen Bürgerinnen und Bürgern, den Unternehmen, Schulen und Kommunen, die für die Tsunami-Opfer gespendet haben, kann ich versichern, dass ihre Hilfe angekommen ist und den Menschen hier wieder eine stabile Lebensbasis geschaffen hat", so Koch. mehr

Roland Koch in Indien

Roland Koch in Indien

Eindrücke einer Gruppenreise der besonderen Art

"Spielkultur Indien" - unter diesem Titel machten sich Ende Februar elf Neugierige aus verschiedenen Bundesländern auf den Weg nach Indien. Die über den Reiseveranstalter INTERCONTACT aus Remagen organisierte 14-tägige Tour führte von der südindischen Millionenstadt Bangalore - auch das indische "Silicon Valley" genannt - über weitgehend von Armut und Unterentwicklung geprägte ländliche Regionen im Hochland von Karnataka. Die Reise umfasste unter anderem die berühmten kulturhistorischen Glanzlichter Belur und Halebid, die alte englische Sommerresidenz Ooty und Chennai an der indischen Ostküste.

Neben der Kulturhistorie, dem bunten Treiben auf Straßen und Märkten waren es die intensiven Begegnungen mit den Menschen, die die Reise für die Teilnehmenden zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließen. Besuche in Entwicklungsprojekten der Karl Kübel Stiftung bildeten Kontrastpunkte zu den kulturhistorischen Teilen der Reise. 
Spielen und der Austausch über Spiele bildeten die thematische Klammer für die Tour. Indien als historische Wiege des Schachspiels und anderer Spiele sowie die Möglichkeit, in verschiedenen Einrichtungen mit Kindern zu spielen, boten den idealen Rahmen für das Thema. FamilyGames, der familienpädagogische Spielebereich des Felsenweg-Instituts der Stiftung, hatte die Reise mitkonzipiert. mehr

SpielKultur Indien

'Bensheim hilft' und Karl Kübel Stiftung fördern Wasserversorgung auf der Insel Samsernagar, Sundarbans

Am 25. Mai 2009 fegte der Wirbelsturm AILA über die Sundarbans und führte dort zu entsetzlichen Verwüstungen. Auch neun Monate nach dem verheerenden Zyklon leben viele Menschen auf der abgelegenen Insel an der Grenze zu Bangladesch noch immer unter teils menschenunwürdigen Bedingungen. Knapp 60 Prozent der ehemals 1.900 Familien haben die Insel auf der Suche nach einer neuen Heimat verlassen. Diese Suche endete für die meisten in den Slums von Kolkata.

Diejenigen, die zurückgeblieben sind, leben oft in einfachen Behelfsunterkünften. Neben einer sicheren Unterkunft stellen die Versalzung der Böden und der Mangel an Trinkwasser die größten Probleme dar. Dank einer großzügigen Spende von 'Bensheim hilft' und einigen Privatspendern gelang es der Stiftung in Zusammenarbeit mit ihrem lokalen Partner nach schwierigen Vorarbeiten einen neuen Brunnen in Samsernagar zu bohren. 
Lokale Experten gehen davon aus, dass es etwa drei Jahre dauert, bis Landwirtschaft wieder flächendeckend möglich sein wird.
Nach Abschluss der Baumaßnahmen für den ersten Brunnen steht nun die Erschließung des zweiten Brunnens auf dem Programm.
Um das Projekt weiter zu tragen, sind Spenden nötig. Hier erfahren Sie mehr.

Notunterkunft auf Samsernagar

Notunterkunft auf Samsernagar

Mangrovenwälder schützen die einzigartige Landschaft der Sundarbans

Geo schützt den Regenwald e.V. unterstützt seit 2007 ein integriertes Wiederaufforstungs- und Entwicklungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Karl Kübel Stiftung, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der Tagore Society for Rural Development.
Südöstlich von Kolkata liegt das ausgedehnte Mündungsdelta des Ganges, Brahmaputra und Meghna - die Sundarbans. In diesem Labyrinth aus Wasserläufen und Inseln finden sich bis heute die größten zusammenhängenden Mangrovenwälder der Erde. Das Biotop ist Rückzugsgebiet für etliche, zum Teil vom Aussterben bedrohte Tierarten. Daneben hat sich durch die Eindeichung vieler Inseln eine einzigartige Kulturlandschaft entwickelt. In den Sundarbans leben heute etwa vier Millionen Menschen von Landwirtschaft und Fischfang.

Etwa 90 Prozent der Menschen leben unter der offiziellen Armutsgrenze; Süßwasser ist rar. In Anbetracht der Armut reagierten viele Menschen mit Skepsis, als sie im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojekts der Karl Kübel Stiftung dazu angeregt wurden, Mangroven zum Schutz der Deiche aufzuforsten. Für die Zielgruppen erschienen andere Maßnahmen notwendiger, als auf dem Wasser schwimmende Mangroven-Samen zu sammeln, sie in kleinen Baumschulen zu Setzlingen aufzupäppeln und diese dann im Schlick vor den Deichen anzupflanzen.
Doch die anfängliche Skepsis hat sich durch den verheerenden Wirbelsturm AILA in großes Interesse gewandelt; die Bilanz des Zyklons: hunderte Todesopfer, tausende verendete Nutz- und Wildtiere, mehr als eine halbe Million Obdachlose, ca. 500 Kilometer zerstörte Deichanlagen sowie teils irreversibel zerstörte Trinkwasserbrunnen und Felder. Bis zu 8.000 Menschen haben nach der Katastrophe täglich die Region verlassen.

Die Folgen von AILA haben sowohl der lokalen Bevölkerung als auch der indischen Regierung vor Augen geführt, wie extrem gefährdet die Siedlungsräume in den Sundarbans sind.
Die Lektion lässt sich einfach zusammenfassen: Ohne die Wiederaufforstung der Mangrovenbannwälder wird ein Überleben der Menschen in den Sundarbans nicht möglich sein. Überall dort, wo Mangroven den Dämmen vorgelagert sind, hielten die Dämme selbst der Jahrhundertflut stand.

Die Erfolge des Projekts beweisen, dass Mangrovenwälder aus lokalen Arten nur dann gute Regenerierungschancen haben, wenn die autochthone Bevölkerung in allen Schritten des Prozesses mit eingebunden wird und sich für den Schutz und Erhalt der jungen Wälder verantwortlich fühlt.

Passend zur Ausrufung des internationalen Jahres der biologischen Vielfalt 2010 durch die Vereinten Nationen hat die Tagore Society for Rural Development mit Unterstützung der Karl Kübel Stiftung zum Jahresbeginn einen Mangroven-Besucherpark auf einer kleinen Insel in den Sundarbans eröffnet. In den ersten Wochen haben lokale Führer schon fast 400 Gäste aus Nah und Fern begrüßt und sie sowohl über die Ökologie der Mangrovenwälder als auch über die aktuellen Bedrohungen aufgeklärt. mehr

Sundarbans, 2010

Roma im Kosovo: Bildung als Chance zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung

Roma-Kinder in der Vorschule sind im Kosovo eine Seltenheit; manche Kinder kommen kaum oder gar nicht zur Schule, besonders Mädchen.
In dem Land, dessen Bruttosozialprodukt pro Kopf kaum fünf Prozent des bundesdeutschen erreicht und die offizielle Arbeitslosenrate bei 40 Prozent liegt, sind die Roma besonders benachteiligt. Zwar sichert ihnen die Verfassung wie allen anderen Ethnien gleiche Behandlung und Achtung der Menschenrechte zu, doch dies geschieht erst allmählich. Obwohl alle Roma seit vielen Jahren sesshaft sind, sind die meisten vom Bildungssystem ausgeschlossen, leben als Tagelöhner und wohnen in slumartigen Siedlungen.

Eine formelle Diskriminierung durch den Staat gibt es nicht mehr, jedoch Barrieren, die die Roma kaum überwinden können: Im Schulbereich sind die Kosten für Lernutensilien, Schulranzen oder Kleidung für viele Familien zu hoch. Hinzu kommen Reibereien mit albanischen Mitschülern und Diskriminierung - manchmal auch durch Lehrkräfte. Die Roma haben ihre Lage teilweise mit verursacht: Rechte der Frauen und Kinder werden gerade von ihnen wenig geachtet, und Schulbesuch gilt bei vielen Familien als Luxus. Ein Kreislauf aus Armut und Perspektivlosigkeit ist vorgezeichnet.

Stiftung richtet Augenmerk auf Bildung
Die Karl Kübel Stiftung engagiert sich seit dem Jahr 2000 im Kosovo für den Aufbau von Kompetenzen zur friedlichen Konfliktlösung und Stärkung der gemeinsamen Verantwortung der verschiedenen ethnischen Gruppen für ein friedliches Miteinander. Dies geschieht bevorzugt über die Schule sowie über Kinder und Jugendliche. Die dabei gewonnenen Erfahrungen setzt die Stiftung gemeinsam mit ihren lokalen Partnerorganisationen auch dazu ein, um die respektvolle Integration der benachteiligten Roma-Gemeinschaft zu erreichen.
Die Stiftung wird mit Mitteln der Bundesregierung in den kommenden Jahren an Projekten zur Förderung der Roma im Schulbereich festhalten. Dazu benötigt sie weitere Unterstützung. Lesen Sie mehr über erste Projekterfolge, die Hintergründe und wie Sie helfen können!

Roma im Kosovo
  • Felsenweg Institut
  • Odenwald Institut
  • Osterberg Institut
  • Karl Kübel Institute for Development Education