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»Hilfe zur Selbsthilfe kann nur geleistet werden, wenn man sich in erster Linie als Lernender in ein fremdes Land begibt.« (Karl Kübel)

Studierende aus Konstanz lernen am KKID

Entwicklungszusammenarbeit in Theorie und Praxis

Going India – Studierende aus Konstanz lernen am Karl Kübel Institute for Development Education (KKID) in Coimbatore, Tamil Nadu

Im Rahmen der im September 2009 vereinbarten Zusammenarbeit der Karl Kübel Stiftung in Bensheim und des KKID in Coimbatore mit der Fachhochschule in Konstanz durchliefen 19 Studierende des Studiengangs Wirtschaftssprachen Asien und Management in der Zeit vom 18. bis 28. Februar dieses Jahres ein für sie maßgeschneidertes Fortbildungsprogramm zum Thema deutsch-indische Entwicklungszusammenarbeit mit vielfältigen Praxiseinblicken in Entwicklungsvorhaben vor Ort.

Indien, ein Land von der Größe Europas und einer Bevölkerung von mehr als einer Milliarde Menschen, wird zunehmend als globale Wirtschaftsmacht und wichtiger Handelspartner wahrgenommen. Gleichzeitig gilt Indien aber immer noch als Entwicklungsland. Geprägt von zahlreichen Gegensätzen erreicht das rasante Wirtschaftswachstum zwar die wachsende, städtische Mittelschicht, aber der Großteil der ländlichen Bevölkerung Indiens ist vom Wirtschaftsboom abgeschnitten. Im ländlichen Raum kämpfen viele Menschen ums tägliche Überleben: Hunger, Ressourcenmangel, Naturkatastrophen, Analphabetismus, Stigmatisierung, Ausgrenzung, unsichere Beschäftigungsverhältnisse und Kinderarbeit gehören zu ihrem Alltag.
Die Karl Kübel Stiftung fördert vor diesem Hintergrund Entwicklungsprojekte in Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen, überwiegend in ländlichen Regionen Indiens, die auf die Stärkung der Selbsthilfekapazität und die Verbesserung der Lebensbedingungen von benachteiligten Kindern, Familien und Dorfgemeinschaften ausgerichtet sind.

Themen für Studienreisen ins KKID

Das KKID wendet sich vorrangig an Multiplikatoren und Projektmitarbeiter; durch eine Vielzahl an Fortbildungsmaßnahmen sollen die Teilnehmenden zu effizienter, zielgruppenorientierter und nachhaltig wirkender Arbeit befähigt werden. Ergänzt wird das Angebot durch Seminare, Workshops und Konferenzen, die für verschiedene Zielgruppen zugeschnitten sind. Unter anderem werden thematische Module für Studienreisen zum besseren Verständnis der Herausforderungen in der Entwicklungszusammenarbeit angeboten, zum Beispiel: Wie funktioniert nachhaltige und wirkungsorientierte Entwicklungszusammenarbeit vor Ort? Was bedeutet "Hilfe zur Selbsthilfe"? Was bewirken Mikrokredite?

Im Rahmen eines vorbereitenden Wahlpflichtfachs zur deutsch-indischen Entwicklungszusammenarbeit im Wintersemester 2009/2010 hatten Studierende der Fachhochschule Konstanz die Möglichkeit, die sie interessierenden Themen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit zu benennen und Grundlagen zu erarbeiten. Auf dieser Basis hat das Bildungszentrum der Karl Kübel Stiftung in Coimbatore ein anspruchsvolles Programm für die Studierenden in einem spannenden Mix aus Theorie und Praxis ausgearbeitet und organisiert. Hierzu zählten zum einen akademische Vorträge in verschiedenen Bildungs- und Hochschuleinrichtungen und zum anderen Dorf- und Projektbesuche, Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern lokaler Nichtregierungsorganisationen, Selbsthilfegruppen, Dorfkomitees, mit Umweltaktivisten und mit dem Bürgermeister von Coimbatore. Die Studierenden fanden somit vielfältige Gelegenheiten, ihren Wissensdurst zum Thema deutsch-indische Entwicklungszusammenarbeit zu stillen, Projektbeispiele vor Ort kennen zu lernen und Fragestellungen in einem interkulturellen Dialog zu diskutieren.

Indien wurde für die Hochschüler aus einer neuen, meist angewandten Perspektive erlebbar, und das Arbeitsgebiet der Entwicklungszusammenarbeit mit seinen vielschichtigen Herausforderungen wurde veranschaulicht.


Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie

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