Karl Kübel Stiftung feierte Meilensteine ihrer Arbeit in Südindien / Delegation des Stiftungsrats mit Vorsitzendem Matthias Wilkes war vor Ort
Coimbatore/Bensheim. Mit einem Festakt im südindischen Coimbatore hat die Karl Kübel Stiftung das 10-jährige Bestehen ihres Weiterbildungsinstituts "Karl Kübel Institute for Development Education" (KKID) gefeiert. Unter den Teilnehmern der Festveranstaltung befanden sich neben dem Stiftungsrat auch Delegationen der Deutschen Botschaft in Delhi und des Goethe-Instituts, der Leiter der Internationalen Weiterbildung und Entwicklung GmbH InWEnt, Abgesandte der verschiedenen Religionsgemeinschaften sowie zahlreiche Freunde und Projektpartner der Stiftung in Indien.
Bei seiner Festrede vor rund 150 Gästen hob der Direktor von InWent Indien, Dr. Jagabandhu Acharya, den besonderen Ansatz des KKID hervor; dieser besteht in der Vermittlung von humanistischen Werten in Kombination mit technischem Wissen. Neben der Weitergabe von praktischem Know-how widmet sich das KKID ganz im Sinne seines Namensgebers dem Dialog der Religionen und der Kulturen; daher trafen sich auf der Feier auch Vertreter der christlichen, muslimischen und hinduistischen Glaubensgemeinschaften zur Diskussion. Im Mittelpunkt ihres Austauschs standen das Streben nach gegenseitigem Respekt, Akzeptanz und Toleranz, die Suche nach dem Verbindenden und der Wunsch nach Frieden und der Solidarität mit den Benachteiligten.
Projekte in der Nähe des Instituts besucht
Dank der ganzheitlichen, werteorientierten Ausrichtung, der Spezialisierung auf Fortbildungsangebote mit Projektplanungs- und Monitoring-Techniken und nicht zuletzt aufgrund seiner attraktiven Lage genießt das Institut mittlerweile bei Nicht-Regierungsorganisationen und Regierungsstellen wie auch bei regionalen Unternehmen ein hohes Ansehen als Weiterbildungsstätte und Tagungsort. Institutsleiter T.K. Nathan wird von einem kompetenten und erfahrenen Team unterstützt.
Über das KKID werden auch die "weltwärts"-Aktivitäten der Karl Kübel Stiftung in der Region koordiniert. "weltwärts", ein Programm der Bundesregierung, über das junge Freiwillige in Projekte der Stiftung in Indien vermittelt werden, trägt dazu bei, dass Brücken zwischen den Kulturen geschlagen werden. Derzeit arbeiten zehn junge Frauen aus Deutschland in südindischen Stiftungsprojekten. Eines davon, das "Abhaya Students Shelter" (A.S.S.), haben die Stiftungsratsmitglieder in der Nähe von Coimbatore besucht. Dort werden 25 Mädchen im Alter von 7 bis 14 Jahren betreut, deren Eltern und Familien von HIV/Aids betroffen sind. Die Kinder sind zumeist Waisen oder Halbwaisen. In der Einrichtung erhalten sie pädagogische und medizinische Betreuung und Zuwendung von den einheimischen Betreuerinnen sowie von zwei "weltwärts"-Freiwilligen.
Die Besucher aus Deutschland zeigten sich davon beeindruckt, wie intensiv und für alle Seiten gewinnbringend dort Freiwillige, Kinder und Betreuer zusammenarbeiten. Die Lebensfreude und das neue Selbstbewusstsein der Kinder waren mit Händen zu greifen, und sie waren eifrig bemüht, ihre neu erworbenen deutschen Sprachkenntnisse an den Besuchern auszuprobieren.
Mehr als 30.000 Menschen in Indien spendeten für Karl Kübel Kindergarten
Ein weiterer Höhepunkt war die Eröffnung des Karl Kübel Kindergartens in Panapalli, einem abgelegenen Dorf in Südindien, das ausschließlich von Ureinwohnern bewohnt wird. Der Kindergarten ist eines von drei Spendenprojekten, das die Karl Kübel Stiftung zum 100. Geburtsjubiläum ihres Stifters ins Leben gerufen hat.
Die Stiftung hatte zuvor Menschen in Indien zur freiwilligen Unterstützung aufgerufen, die in der Vergangenheit selbst Hilfe und Förderung durch die Stiftung erfahren hatten. Der Erfolg der Aktion war beeindruckend: Insgesamt 30.500 Menschen spendeten 400.000 Rupien, umgerechnet etwa 6.000 Euro, was einen kleinen, aber beachtlichen Beitrag zur Finanzierung des Kindergartens darstellt. Die Spenden kamen von Frauenvereinen, ehemaligen Kinderarbeitern, Kleinbauern und vielen anderen Gruppen.
Das einfache und zweckmäßige Gebäude verfügt über einen Aufenthaltsraum für die Kinder, eine Küche, eine überdachte Veranda und einen kleinen Spielplatz im Außenbereich. Während die Anlage tagsüber als Kindergarten genutzt wird und Kindern dort der Einstieg in das formale Bildungssystem gesichert wird, steht sie abends für Abendschulklassen und die Treffen der örtlichen Frauenvereinigung zur Verfügung. Die Gemeindeverwaltung übernimmt die Bezahlung der Lehrerin und des regelmäßigen Mittagsessens für die 25 Kinder. Der Gemeindevorsitzende erklärte bei der feierlichen Eröffnung, dass schon in kürze eine Primarschule bei dem Kindergarten errichtet werden soll. Damit führt die Initiative der Karl Kübel Stiftung letztlich dazu, dass das Dorf Panapalli erstmals in seiner Geschichte über zwei Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder und über eine neue Fortbildungs- und Versammlungsstätte für Erwachsene verfügt.









