Ende November besuchte die Hessische Landtagsabgeordnete Ursula Hammann die Karl Kübel Stiftung zu einem informellen Austausch. Im Mittelpunkt stand für die Politikerin die Frage, wie die Stiftung ihren Auftrag des präventiven Handelns, die Konzeption der Hilfe zur Selbsthilfe und die Vermittlung der Werte, die das Wirken Karl Kübels gekennzeichnet haben, realisiert. Vorstandsmitglied Ralf Tepel stellte der Sprecherin für Umwelt, Energie, Naturschutz und Tierschutz des Bündnis 90 / Die Grünen an verschiedenen Projekten der Stiftung diese Aspekte beispielhaft dar.
Präventives Handeln
In den Philippinen leistet die Karl Kübel Stiftung gemeinsam mit Partnern Aufklärungsarbeit gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern. Viele verarmte Familien geben ihre Kinder in die Hände skrupelloser Kinderhändler, die die Jungen und Mädchen mit Versprechen guter Ausbildungs- und Arbeitsplätze in die Städte locken, wo sie dann in Rotlichtvierteln brutal ausgebeutet und misshandelt werden. Hier leistet die Stiftung in ländlichen Regionen wichtige Aufklärungsarbeit und kümmert sich um die Reintegration Jugendlicher in die Gesellschaft."Early Excellence Centre" als Konzept für frühkindliche Bildung
Das zentrale Anliegen des Stifters Karl Kübel war die vorausschauende, präventive Stärkung von Eltern und Erziehenden, damit sie ihre Kinder bestmöglich fördern und in ihrer Entwicklung unterstützen können. Um alle Kinder optimal zu fördern, braucht es neben hochwertiger Betreuung, Bildung und Erziehung das Zusammenwirken von Eltern, Institutionen und Politik. Familien müssen möglichst früh, am besten ab der Schwangerschaft, bedarfsgerecht begleitet und gegebenenfalls unterstützt werden. Die Karl Kübel Stiftung unterstützt Einrichtungen, die nach dem Prinzip "Early Excellence" arbeiten. Mit dem Kooperationsprojekt mit der Uniklinik Heidelberg "Elternschule - Das Baby verstehen" werden werdende Eltern in Kursen auf ihre Rolle nach der Geburt ihres Kindes vorbereitet.Hilfe zur Selbsthilfe
Nie werden Projekte ohne die aktive Einbeziehung und Mithilfe der Begünstigten gefördert, nie "Almosen" vergeben. Der Förderung von Frauen-Selbsthilfegruppen in Indien ist dabei wohl das prominenteste Beispiel, mit dem nicht nur eigene Ansparungen und letztlich Einkommen und Arbeitsplätze geschaffen werden sondern auch Themen wie Kinderarbeit oder Unterdrückung von Frauen thematisiert werden.Das Leben und die Vision von Karl Kübel waren geprägt von der Grundüberzeugung, dass der Zugang zu Bildung einer der zentralen Schlüssel für die persönliche aber auch die gesellschaftliche Entwicklung ist. Dieser Ansatz zieht sich wie ein roter Faden durch nahezu alle Aktivitäten der Stiftung. Gegenseitige Achtung und das Lernen voneinander spiegeln sich auch in Programmen wie dem Freiwilligeneinsatz "weltwärts" wider, mit dem die Stiftung jungen Menschen das direkte Kennenlernen und Erleben von Entwicklungsprojekten in Indien ermöglicht.
Als Expertin für Klima, Umweltschutz und Energie war es Frau Hammann auch ein besonderes Anliegen zu erfahren, ob und wie die Stiftung dieses Thema in ihren Projekten umsetzt. Der Bericht über den erfolgreichen Einsatz von Solarenergie und kleinen Wasserkraftwerken in entlegenen Ureinwohnerdörfern Ostindiens durch die Stiftung war für die Grüne Landespolitikerin besonders interessant.








