Das laute Ticken einer Uhr und ab und an ein schriller Ton sind das erste, was Schüler der achten, neunten und zehnten Klassen der Bensheimer Geschwister Scholl Schule wahrgenommen haben, als sie während einer Aktionswoche Anfang Oktober den Aids-Truck des Katholischen Missionswerks Missio betreten haben. Ein Ton, der bedeutet , dass wieder ein Mensch auf dieser Welt an HIV/Aids gestorben ist - alle zwölf Sekunden.
Die Jugendaktion der Karl Kübel Stiftung unterstützte und finanzierte im Rahmen des Bildungsprojekts '8geben auf die Eine Welt' eine Aktionswoche an der Schule. Es ging um die Millennium-Entwicklungsziele, insbesondere um das Ziel 6: 'Bekämpfung von HIV / AIDS, Malaria und anderen Krankheiten.' Vor der Schule stand ein Großraumtruck mit einer multimedialen Ausstellung. Hören, sehen, anfassen und knallharte Fakten zum Thema Aids gehören zur Schau.
Ausgestattet mit einem Audio-Guide konnten sich die Jugendlichen auf eine Reise mit einem von Aids betroffenen Jungen aus Südafrika oder einem von Aids betroffenen Mädchen aus Uganda begeben. Die ausgewählte Person berichtet auf dem Rundgang durch den eingerichteten Truck ihre Geschichte und über die Situation und die hohe Aids-Rate in ihrem Land. Der Weg führt unter anderem in ein südafrikanisches Gesundheitszentrum, auf einen typischen Marktplatz und in eine bescheidene Hütte.
Nachdenkliche Jugendliche
Die Ausstellung ermöglicht Jugendlichen, einen Einblick in die Lebenswelt afrikanischer Altersgenossen und bietet einen Einblick in Hilfsprojekte, Möglichkeiten der Solidarität und Prävention. Am Ende des Rundgangs haben Besucher die Möglichkeit, ihre Gedanken aufzuschreiben und an eine Wand mit Bildern von von Aids Betroffenen aus der ganzen Welt zu stecken. Nachdenkliche Worte waren zu lesen: "Ich denke an alle Kinder dieser Welt, die durch Aids zu Waisen geworden sind." Oder: "Ich vermisse meinen Vater, der viel zu früh gestorben ist." Im letzen Raum der Ausstellung konnten sich die Schüler in ein Gästebuch eintragen.
Monika Gerz, Referentin der Karl Kübel Stiftung, die den Truck organisiert und die Aktionswoche betreut hatte, bemerkte: "Viele der jungen Leute sind mit einem ganz anderen Gesichtsausdruck aus der Ausstellung gekommen, als der, mit dem sie hineingegangen sind." - Im Hintergrund das laute Ticken, bei jedem zwölften Mal ein schriller Ton.











