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»Hilfe zur Selbsthilfe kann nur geleistet werden, wenn man sich in erster Linie als Lernender in ein fremdes Land begibt.« (Karl Kübel)

Karl Kübel Schule und Karl Kübel Stiftung - eine jahrelange Kooperation als Fortsetzungsgeschichte

Feierlichkeit in der Karl Kübel Schule
Vertreterinnen der Karl Kübel Schule und Stiftung

Bensheim. Die Karl Kübel Schule und Karl Kübel Stiftung verbindet seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft: Dies ist erneut bei einer Feierstunde mit Vertreterinnen und Vertreter beider Einrichtungen in der Schule deutlich geworden. Anlass war das 100. Geburtsjubiläum des Unternehmers und Stifters Karl Kübel, das im September gefeiert wird. Schulleiterin Ulrike Rüger hat bei dem Treffen die gute und langjährige Kooperation gewürdigt: "Die Zusammenarbeit ist mehr als nur eine Tradition. Beide Seiten bringen neue Impulse ein und sorgen dafür, dass es ständig neue Projekte und Vorhaben gibt." Inge Fertig, stellvertretende Schulleiterin der Schule, erinnerte an die Namensfindung der Schule, die bis 1995 einfach 'Kaufmännische Schulen des Kreises Bergstrasse' hieß, bis Karl Kübel als Namensgeber gewählt wurde: "Karl Kübel war ein europaweit erfolgreicher Möbelfabrikant aus unserer Region, und auf dem Schulgelände befand sich die Verwaltungszentrale seines Unternehmens. Ausschlaggebend war das Beispiel des sozial verantwortlich handelnden und zugleich erfolgreichen Unternehmers."

Im Rahmen des Treffens wurde nicht nur daran erinnert, dass die Stiftung alljährlich die Besten der Abschlussklassen der Berufsschule auszeichnet; es wurde auch betont, dass sie häufig die Schule und ihren Förderverein unterstützt, wenn besondere Vorhaben anstehen: "Dazu gehören zum Beispiel Spenden für eine Übungsfirma, Mittel für die Neugestaltung der Pausenhalle und die Unterstützung des Schulmarketings", sagte Dr. Georg Ludwig, der bei der Karl Kübel Stiftung als Abteilungsleiter für die Kooperation mit der Schule zuständig ist. Außerdem absolvierten immer wieder auch Schülerinnen und Schüler ein Praktikum bei der Stiftung.

Vielfältige Zusammenarbeit

Angelika Fuchs-Schmidt, die für die Schule die Stiftungskooperation koordiniert, konnte über eine ganze Reihe von Beispielen gelungener Zusammenarbeit berichten: "Seit 2002 haben wir gemeinsam verschiedene Unterrichtsprojekte zu Themen des globalen Lernens und der Entwicklungszusammenarbeit realisiert. Dies geschieht in unterschiedlichen Fächern, Jahrgangsstufen und Schulformen. Momentan ist eine Schülerin im Rahmen des ‚weltwärts'-Programms der Bundesregierung in einem Entwicklungsprojekt der Karl Kübel Stiftung in Indien als Freiwillige im Einsatz."
Von konkreten Projektbeispielen berichtet Monika Gerz, Projektreferentin der Jugendaktion der Stiftung: "Aktuell führen wir ein Unterrichtsprojekt zum Thema 'Milleniums-Entwicklungsziele' der Vereinten Nationen durch. Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler diese acht Entwicklungsziele kennen lernen. Am Beispiel 'Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit' - hat sich eine 11. Klasse des beruflichen Gymnasiums mit dem selbst gewählten Schwerpunkt ‚Ökologie und Marktwirtschaft' auseinandergesetzt und die Arbeitsergebnisse in einer eigenen einstündigen Radiosendung mit dem Titel '8ung Umwelt' umgesetzt."

Zur Vorbereitung der Sendung wurden vier Radio-Workshops organisiert und mit Unterstützung einer Journalistin während des Regelunterrichts durchgeführt; Sendetermin auf Radio-Melibokus wird am 9. November um 11 Uhr sein (UKW-Frequenz 91,7). "Die Identifikation der Jugendlichen mit ihrem Thema ist enorm und für alle deutlich zu spüren", so Gerz. Neben der Radiosendung gibt es Ergebnisse in Form von Powerpoint-Präsentationen zu den Themen 'Regenwald und Energie', ein Regenwald-Videoclip, ein Gewässer-Rap und ein Regenwald-Spiel.

Die gesamte Unterrichtseinheit ist Teil eines dreijährigen Bildungsprojekts der Karl Kübel Stiftung mit dem Titel '8geben auf die Eine Welt', das aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der internationalen Entwicklungsagentur Inwent gefördert wird. Durch dieses und weitere Unterrichtsprojekte wird bis 2011 ein interaktiver Lernstationen-Parcours zu den Milleniums-Entwicklungszielen entstehen.

Weitere Aktionen bereits fest geplant

Schule und Stiftung haben schon weitere Vorhaben vereinbart: Vom 8. bis 12. März 2010 ist eine Ausstellung in Form des Aids-Trucks von missio zu sehen, die von Unterrichtsaktionen flankiert wird; Thema ist das 6. Entwicklungsziel der UNO 'HIV/Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen'. Dazu soll es auch weitere gemeinsame Aktionen auf der Internationalen Woche im Sommer 2010 in der Bensheimer Innenstadt geben.

"Von der Zusammenarbeit profitieren beide Kooperationspartner auf vielfältige Weise - die Schülerinnen und Schüler schätzen die Angebote und Erfahrungen der Stiftung bei Entwicklungsthemen im Ausland; theoretisches Wissen wird durch Beispiele aus dem Alltagsleben von Menschen in Indien, den Philippinen und aus dem Kosovo konkret", erklärt Angelika Fuchs-Schmidt. "Und umgekehrt ist die Stiftung daran interessiert, in der Schule Mitstreiter zu finden, die sich mit ihren Themen auseinandersetzen und mit denen sie gemeinsam etwas bewegen kann", sind sich Monika Gerz und Georg Ludwig von der Karl Kübel Stiftung einig.


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