Jubiläumsprojekt in Gedenken an "100 Jahre Karl Kübel" als weitgehend spendenfinanzierte Kooperation mehrer Partner
Freude und Feierstimmung haben am 10. September bei der Evangelischen Stephanusgemeinde in Bensheim geherrscht: Dort hat die Karl Kübel Stiftung gemeinsam mit Projektpartnern eine neue Anlaufstelle für Eltern und Kinder offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Es handelt sich um ein besonderes Projekt der Stiftung, dass aus Anlass des am 6. September gefeierten 100. Geburtsjubiläums des Unternehmers und Stifters Karl Kübel ins Leben gerufen worden ist; jetzt wird in den Räumen der Kita in der Eifelstraße 37 ab sofort ein offener Treff für Familien aus dem Stadtteil und darüber hinaus zur Verfügung stehen, mit Beratungsangeboten für Eltern und Erziehende sowie Bindungs- und Bildungsangeboten. Berührungsängste sind unnötig, denn das Angebot ist niedrigschwellig, und damit deutlich wird, dass es sich kulturenübergreifend gerade auch an Familien mit Migrationsgeschichte richtet, lautet seine offizielle Bezeichnung auf Englisch, Deutsch und Türkisch "Drop In - Schau rein - Gel buraya".
Die neue Anlaufstelle für Familien wird durch Spenden aus der Region und darüber hinaus sowie durch einen Zuschuss der Stiftung ermöglicht. Namhafte Beträge kamen zum Beispiel vom Inner Wheel Club Bensheim-Lampertheim, vom Kreis der Kübel-Senioren in Worms, von der Odenwald-Quelle und dem Rhein-Neckar-Zentrum in Viernheim sowie von der Grundschule in den Kappesgärten in Bensheim. Weitere Spenden gab es am Sonntag von Gästen des Festakts zu Ehren von Karl Kübel. Der Caritasverband Darmstadt e.V. will aus dem Projekt "eine Million Sterne - damit Kinder leben" ein Drittel der gespendeten Gelder für das Drop In einsetzen. Die Kosten von rund 5.000 Euro für das erste Jahr sind gesichert.
"Unser besonderer Dank gilt zunächst den Spenderinnen und Spendern, die dieses Projekt erst ermöglicht haben. Mit ihrer finanziellen Hilfe schaffen wir mit dem Drop In ein familienorientiertes Gemeinschaftsprojekt, das sicherlich ganz im Sinne unseres Stifters Karl Kübel gewesen wäre", erklärt Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung. "Ein wesentlicher Erfolgsfaktor besteht darin, dass die neue Einrichtung von Partnern getragen wird, die hierin gegenseitig ihre Stärken einbringen: Die Evangelische Stephanusgemeinde stellt als künftige 'Hausherrin' die Räumlichkeiten an ihrer Kindertagesstätte zur Verfügung, das Frauen- und Familienzentrum Bensheim gewährleistet die fachliche Begleitung, denn es verfügt über eine ausgewiesene Expertise in der Begleitung und Stärkung von Kindern und Eltern. Wir als Karl Kübel Stiftung schaffen in erster Linie den organisatorischen und finanziellen Rahmen und übernehmen die Erfolgskontrolle." Kobelt Neuhaus betont, dass das Drop In für Familien in ganz Bensheim zur Verfügung steht; daher sind zur Eröffnung auch Vertreterinnen und Vertreter der Stadt, von Schulen, anderen Kindertagesstätten, Familieninitiativen und -einrichtungen gekommen.
Für einen hoffnungsvollen Start ins Leben
Die Kita der Stephanusgemeinde ist ganz bewusst als Standort gewählt worden: Im Umfeld leben zahlreiche Familien in besonderen Belastungssituationen. Das Leben vieler Eltern und Kinder wird von finanziellen Engpässen, Arbeitslosigkeit und mangelnder Integration in das gesellschaftliche Leben geprägt. Kleinkinder und deren Familien verfügen vielfach nicht über ausreichende Bildungs- und Unterstützungsangebote, die einen hoffnungsvollen Start ins Leben fördern könnten. Das schwierige Umfeld wirkt sich negativ auf die Entwicklung einer positiven Eltern-Kind-Beziehung aus; Entfremdung, Vernachlässigung und weitere Fehlentwicklungen können die Folge sein.
"Der konkrete Schwerpunkt der neuen Anlaufstelle in der Eifelstraße wird auf präventiven Maßnahmen in den Bereichen Kommunikation, Bildung und Gesundheit liegen", so Daniela Kobelt Neuhaus. "Insbesondere Eltern mit Kleinkindern sind auch in einem dicht besiedelten Gebiet schnell isoliert. Sie finden nicht die richtigen Anlaufstellen, um Kontakte zu knüpfen, keine entwicklungsangemessenen Spielplätze für ihre Kinder oder sie haben das Bedürfnis, Erziehungs- und Bildungsfragen oder auch Sorgen um die Gesundheit mit jemandem zu diskutieren, der gerne zuhört und bei Bedarf auch Tipps geben kann."
Ursula Nickel, die das Drop In als Fachfrau begleiten wird, bestätigt, dass sie in Absprache mit den erwarteten Gästen gerne auch über Bildungsangebote nachdenkt. Ob es nun musikalische Angebote, Bewegungsförderung,
PC-Kurse oder kreatives Malen sein sollen - das wird ganz von den Bedürfnissen der Besucherinnen und Besucher abhängen. "Gerne können wir am Standort in der Eifelstraße etwas entwickeln oder ich vermittele die Gäste an die Angebote anderer Stellen und Einrichtungen bzw. lade diese hierher ein", sagt sie und freut sich, wenn möglichst viele Eltern vorbeikommen, auch wenn es nur für einen Kaffee ist.
Bei ihrem Segen zum Auftakt des Drop In sagte Pfarrerin Almut Gallmeier: "Möge Gott denen, die hier tätig sein werden, Segen schenken für ihre Arbeit. Gott segne uns alle, dass wir die Arbeit in diesem Haus mit Rat und Tat begleiten."








