Aus einem Interview mit Kirchenpräsident Professor Peter Steinacker zum 95. Geburtstag Karl Kübels
Wie beurteilen Sie das Wirken von Karl Kübel vor dem Hintergrund seiner unternehmerischen Tätigkeit und seines sozialen Engagements?
Herr Kirchenpräsident Professor Steinacker: Die unternehmerische Leistung von Herrn Kübel nötigt für sich alleine schon Respekt ab, denn er hat seinen Erfolg unter schwierigen Ausgangsbedingungen errungen. Weiterhin verdient Beachtung, dass er in diesem unternehmerischen Erfolg sein soziales Gewissen im Blick auf seine Arbeitnehmerschaft nicht außer Acht gelassen hat. Jetzt, im Ruhestand, die Früchte dieser Lebensarbeit völlig in den Dienst der sozialen Sachen zu stellen und damit wiederum erfolgreich zu sein, zeugt von einer außergewöhnlichen Gesinnung und einer außergewöhnlichen Begabung.
Wie betrachten Sie sein Anliegen, Eltern und Kindern im In- und Ausland durch 'Hilfe zur Selbsthilfe' zu fördern?
Herr Kirchenpräsident Professor Steinacker: Ich denke, dass das von einem großen Weitblick zeugt, sich in seiner Stiftung gerade des Familienthemas angenommen zu haben. Es hat sich ja in den letzten Jahren immer deutlicher gezeigt, dass es eines der zentralen unserer, gerade unserer Deutschen, aber auch der Europäischen Gesellschaft ist, wie wir die Familie fördern können. Inso-fern entspricht das Anliegen Herrn Kübels gegenwärtigen Bedürfnissen ganz genau.
Kann Karl Kübel anderen als Vorbild dienen?
Herr Kirchenpräsident Professor Steinacker: Er ist sicher eine wirkliche Ausnahmepersönlichkeit und kann daher für uns andere nicht der Maßstab wirklich sein. Was für mich an ihm vorbildlich ist, ist dass er in seiner christlichen Verantwortung als Unternehmer in unserer Gegenwart in den Chefetagen der Unternehmen ein wirkliches Beispiel ist. Natürlich finde ich es im Allgemeinen bei ihm ganz vorbildlich, wie er seine Möglichkeiten der Weltgestaltung mutig genutzt und voll aus-geschöpft hat; insofern ist er natürlich auch für mich ein Vorbild.
Sollte es mehr familienorientierte Stiftungen und Initiativen geben?
Herr Kirchenpräsident Professor Steinacker: Die demografische Entwicklung in Deutschland zeigt, dass wir unbedingt auf diesem Gebiet arbeiten müssen, dass wir den Familien und vor allen Dingen den Frauen flexiblere Möglichkeiten schaffen müssen, damit sich der Wunsch nach Kindern und nach einer beruflichen Tätigkeit miteinander vereinbaren lassen. Jede Initiative, die da mithilft, ist, denke ich, für Staat, Gesellschaft und natürlich auch für die Kirche willkommen.








