Ein Beitrag von Dr. Ulrich Kuther, hessenstiftung - familie hat zukunft
2002 habe ich meine Tätigkeit bei der Karl Kübel Stiftung begonnen. Damals war ich für die Inlandsarbeit zuständig. Karl Kübel wollte auch zu diesem Zeitpunkt - er war 93 Jahre alt - alle verantwortlichen Leiter persönlich kennen lernen. So wurde ich in sein Haus auf der Tromm eingeladen.
Sein Glaube war die Triebfeder seines Handelns
Das Treffen hatte etwas von einer Audienz, festem Zeremoniell und altersbedingten Ritualen. Nach einem Kaffee, der die Wartezeit verkürzte, fuhr Frau Kübel ihren Mann im Rollstuhl in das Wohnzimmer, wo er in einem Ohrensessel Platz nahm. Danach war Karl Kübel ganz Ohr für das, was ich zu berichten hatte, mit stets überraschenden Zwischenfragen. Mir, dem studierten Theologen, erklärte er die Vision seiner Spiritualität. Sein Glaube zeigte sich als die Triebfeder seines Handelns: Unsere Arbeit sei Teilhabe an Gottes Schöpfung; die Stiftung lebe auch jenseits einer kirchlich-institutionellen Verfassung von christlichen Werten und christlicher Spiritualität. Das sei auch weiterhin bedeutend für die Mitarbeiterauswahl und Mitarbeiterführung. Er brauche Leute, die mit Herzblut dabei seien. Das gleiche einem Sonderauftrag, der in keinem Arbeitsvertrag zu regeln sei.
Das Gespräch mit Karl Kübel wirkte in mir nach, als ich wieder nach Hause fuhr. Ich hatte einen weisen Menschen treffen dürfen und fühlte mich wie gesegnet.








