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»Es geht darum, die Existenznot der Menschen überwinden zu helfen, ihre Selbsthilfekräfte zu stärken und sie somit in die Lage zu versetzen, ihre Kinder zu ernähren und zu ihrer geistig-seelischen Entwicklung beizutragen.« (Karl Kübel)

"Ich sage es gleich: verheiratet, drei Kinder, ein Enkelkind. Familie wird bei uns zu Hause nicht klein geschrieben."

Karl Kübel und Regine Hildebrandt, KKP 1995
Karl Kübel und Regine Hildebrandt im Gespräch bei der Vergabe des Karl Kübel Preises 1995

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Aus der Rede von Dr. Regine Hildebrandt, Schirmherrin des Karl Kübel Preises 1995 zum Thema "Familie und Arbeit", damals Ministerin für Arbeit, Soziales und Frauen in Brandenburg, (aus: Dokumentation zum Karl Kübel Preis 1995, S. 50-52)

Familie hat Zukunft
In der Tat, wenn Sie mit meinem Namen was verbinden, dann ist es bestimmt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, denn das ist für mich das halbe Leben. Ich sage von Anfang an bewusst das halbe Leben, denn die andere Hälfte zweifelsohne ist das Familienleben an sich.
Ich sage es gleich: verheiratet, drei Kinder, ein Enkelkind. Familie wird bei uns zu Hause nicht klein geschrieben. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie war für mich ein Tatbestand meines Lebens, der selbstverständlich war und nie in Frage gestellt wurde. Ich komme aus dem Osten und in der DDR haben 92 Prozent der Frauen die Berufsarbeit und die Familienarbeit miteinander vereinbaren können. In Westdeutschland sind es 50 bis 60 Prozent.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur möglich, sondern nötig

[...] Sie können sich sicher denken, wie gerne ich die Schirmherrschaft für den diesjährigen Karl Kübel Preis übernommen habe und dass ich mit Freuden hier bin, um Ihnen mit Nachdruck deutlich zu machen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen nicht nur möglich, sondern nötig ist. Dies gilt gleichermaßen auch für die Männer. Darüber wird doch immer so viel diskutiert. Wenn man sich aber überlegen würde, welchen Anteil Männer an der Erziehungsarbeit, an der Hausarbeit eigentlich haben, dann hätten wir gleich das Thema für den nächsten Preis!

[...] Hoffentlich dient die Auszeichnung dieser zwei Modellprojekte dazu, diesen Gedanken auch in der Gesellschaft tatsächlich mehr denken zu lassen, als es bis jetzt der Fall ist. In diesem Sinne wünsche ich uns gemeinsam, dass wir - Männer und Frauen - diesen Weg beschreiten und auch zu Ergebnissen kommen, die hoffentlich bald nicht nur zwei ausgezeichnete Preisträgerinnen sondern auch eine Änderung der Gesellschaft bewirkt. Wenn der Karl Kübel Preis hierzu beiträgt, dann hat er etwas genutzt und das hoffe ich sehr."

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