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»Sich selbst zu verwirklichen und anderen dabei zu helfen, ist Teilnahme an der Schöpfung Gottes.« (Karl Kübel)

"Ich habe in allen Gesprächen Karl Kübel zunächst einmal als einen sehr zurückhaltenden Menschen kennengelernt..."

Karl Kübel als Unternehmer, 3-K-Werke
Karl Kübel als Unternehmer

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Aus einem Interview mit Prof. Dieter Stolte, damals Intendant des ZDF, anlässlich des 95. Geburtstags von Karl Kübel am 6. September 2004

Das war die Zeit als es noch kein BAföG gab, das den Studenten finanziell half, zu studieren, und so habe ich bei Karl Kübel in seiner Fabrik gearbeitet - zunächst auf dem Holzhof für 96 Pfennig,  später im Labor. Dies über viele Semester hin. Eines Tages hat Karl Kübel Laborberichte, die ich geschrieben habe, gelesen und hat mich zu sich ins Büro gebeten und versucht, ganz offensichtlich durch ein Gespräch, herauszufinden, wer ich bin. Das Gespräch hatte zunächst keine Folgen, bis er mich dann in sein Haus einlud und mir am Ende des Gespräches anbot, das Studium zu finanzieren. Allerdings war ihm Philosophie zu wenig. Ich sollte noch Volkswirtschaft dazu studieren, um dann auch eine breite Ausbildung für eine spätere Tätigkeit in seinem Werk zu haben.

Ich habe in allen Gesprächen Karl Kübel zunächst einmal als einen sehr zurückhaltenden Menschen kennengelernt, aber ich habe doch auch sehr schnell gemerkt, dass es ein Mann mit großer Einfühlsamkeit, mit großer Sensibilität gewesen ist, der also, wie man so schön sagt, es verstand, einem in die Karten zu schauen und der durchaus mehr aus einem Gespräch mit dem anderen entnahm als man selber glaubte, aufgrund der Bemerkungen gesagt zu haben.

Karl Kübel war von Anfang an sozialpolitisch interessiert

Das hat man auch daran gemerkt, dass er in seinem Unternehmen für die Mitarbeiter ein Partnerschaftsmodell entwickelt hat. Dieses drückte sich darin aus, dass die Erträge, die sein Unternehmen, die 3K-Möbel, erwirtschafteten nicht nur an den Unternehmer ausgeschüttet wurden, sondern in einem bestimmten prozentualen Verhältnis bekamen das auch die Mitarbeiter. Sie bekamen das sozusagen auf den Lohn oben drauf - in einer Zeit, die finanzielle Möglichkeiten gar nicht mehr durch den Staat auf dem Wege der Steuern zur Verfügung gestellt werden können, um förderungswürdige Projekte in dem Ausmaß finanziell zu unterstützen, wie sich das der Staat eigentlich vorstellt.
Hier können die Stiftungen einspringen. Sie können insbesondere innovativ sein. Sie können Problemstellungen, die in der Gesellschaft  auftauchen, aufgreifen und können sie zunächst einmal soweit entwickeln und auch mit einer Anschubfinanzierung versehen, dass die Projekte auf den Weg gebracht werden könne. Oder auch die andere Möglichkeit, dass sie zusammen mit anderen hingehen und helfen, ein Projekt auf die Beine zu stellen.

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