Ein Beitrag von Katrin Tönshoff, von 1994 bis 2007 Mitarbeiterin in der Karl Kübel Stiftung
Bis ins hohe Alter studierte Karl Kübel täglich Tageszeitungen. Er saugte die Informationen auf und wollte Erkenntnisse, die für die Stiftungsarbeit wertvoll sein konnten, sofort mit seinen Mitarbeitern teilen - was regelmäßig für Hektik in der Darmstädter Straße 100 sorgte. Woche für Woche spielte sich in der Stiftungszentrale die gleiche Szene ab: Mitarbeiter sausten durch's Treppenhaus und suchten händeringend nach der aktuellen FAZ- oder ZEIT-Ausgabe, die zuverlässig immer dann, wenn Herr Kübel anrief, auf Tauchstation gegangen waren. Das spielte sich meist am späten Vormittag ab; Herr Kübel hatte dann die Zeitungslektüre in seinem Wohnhaus auf der Tromm beendet, rief sogleich in seiner Stiftung an und ging selbstverständlich davon aus, dass man mit seinem Informationsstand Schritt halten konnte.
Um sicher zu gehen, dass die Artikel gelesen wurden, schnitt Her Kübel diese zusätzlich aus. Wichtige Passagen wurden unterstrichen und mit Bemerkungen versehen. Alle Zeitungsausschnitte von Herrn Kübel wurden im Sekretariat des Vorstandsvorsitzenden archiviert. Allein die Ausschnitte des Jahres 1994 füllen drei Akten-Ordner.
Es war eine Ehre, für eine solch bedeutende Unternehmer- und Stifterpersönlichkeit arbeiten zu können.








