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»In den letzten 300 Jahren hat die industrielle Revolution vermocht, die Lebensbasis für Milliarden Menschen zu schaffen und nun steht die Menschheit am Rande des Abgrunds, weil das Wachstum in Blindheit geschieht. Wir müssen lernen, im Wachsen fruchtbar zu werden.« (Karl Kübel)

"Die Arbeit der Kübel Stiftung wäre gar nicht möglich gewesen ohne das persönliche Engagement der Eheleute Kübel."

Dr. Walter Wallmann, Verleihung Karl Kübel Preis 1990
Dr. Walter Wallmann bei der Verleihung des ersten Karl Kübel Preises 1990

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Auszug aus der Ansprache von Dr. Walter Wallmann, Schirmherr des ersten Karl Kübel Preises 1990 und damaliger hessischer Ministerpräsident (Quelle: Dokumentation zum Karl Kübel Preis 1990, S. 22-24); Motto des Preises: "Wenn Familien aktiv werden…"

Die Arbeit der Kübel Stiftung, meine Damen und Herren, wäre gar nicht möglich gewesen ohne das persönliche Engagement der Eheleute Kübel. Sie haben sehr früh gezeigt, dass persönlicher und unternehmerischer Erfolg kein Selbstzweck sind. Geprägt von den Prinzipien der katholischen Soziallehre haben Sie, Herr Kübel, sich als Unternehmer Ihrer Verantwortung gestellt. Ich finde das großartig. Schon 1952 - also vor fast 40 Jahren - haben Sie aus der Einsicht heraus, dass der Gegensatz von Kapital und Arbeit endgültig der Vergangenheit angehört, Ihren Betrieb nach den Grundsätzen des partnerschaftlichen Miteinanders organisiert. Ich habe von meinem väterlichen und verehrten Freund Dr. Otto Wagner und von meinem Kollegen, dem Abgeordneten Breitwieser, viel davon gehört.

Verantwortung - ganz konkret für die Menschen

Das war damals keinesfalls selbstverständlich, dass man nach diesen Prinzipien handelte. Ich habe noch genaue Erinnerung an das Jahr 1952, in dem ich Abitur machte. Und sagen wir ganz ehrlich: Es ist auch heute noch nicht selbstverständlich. Gerade auch unter den Bedingungen der modernen Gesellschaft bleibt eine Einstellung wie die des Ehepaars Kübel eine außergewöhnliche Leistung und zeigt in einer ganz bemerkenswerten Weise, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen. Und zwar nicht einer abstrakten "Gesellschaft" gegenüber, sondern ganz konkret für die Menschen selbst - auch dann, wenn sie nicht zur engeren Nachbarschaft gehören.

Ohne Menschen wie Karl Kübel wäre das Land ärmer

Und ebenso ist es nicht selbstverständlich, dass ein so erfolgreicher Unternehmer sein gesamtes Betriebsvermögen in eine Stiftung überführt. Unternehmer wie Sie, sehr verehrter Herr Kübel, belegen in ausdrucksvoller Weise, was Soziale Marktwirtschaft wirklich ausmacht: wirtschaftliche Leistung und soziale Verantwortung. Ohne Menschen wie Sie, ich zögere nicht, das zu sagen, wäre unser Land ärmer, es besäße weniger humane Qualität. Und dafür möchte ich Ihnen wie auch Ihrer verehrten Frau Gemahlin heute ganz herzlich danken.

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