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»Heute gehen wir neuen Verhältnissen entgegen, weil viele Menschen blind sind für die Werte, die für den Bestand der menschlichen Gesellschaft unverzichtbar sind und für Werte, die der Person Würde verleihen.« (Karl Kübel)

Bis zum Herbst 1940 war ich noch in der Firma tätig, musste dann aber erneut die Uniform anziehen.

Karl Kübel bei einer Werksbesichtigung
Unternehmer Karl Kübel bei einer Werksbesichtigung mit namhaften deutschen Politikern

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Ein Beitrag von Willi Hoffmann, aus "Im Dienste einer menschenwürdigen Gesellschaft", S. 33 - Teil 4

In der Zwischenzeit hatte sich Herr Kübel entschlossen, den Firmensitz wieder nach Worms zu verlegen. Im August 1939 war es endlich soweit, dass mit dem Umzug der Büros von Kahl nach Worms begonnen werden konnte. Am Morgen des 27. August 1939 wurden in Kahl die Möbelwagen beladen; und am Nachmittag rollten sie in Richtung Worms. Am gleichen Tag vollzog sich auch in Worms der Umzug von der Alzeyer Straße in die Hafenstraße.

Obwohl schon verschiedene Anzeichen den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges andeuteten, hätte niemand von uns gedacht, dass für viele der erste Arbeitstag in der Hafenstraße auch zugleich der letzte sein würde: Es war der erste Tag der „Mobilmachung". Einer nach dem anderen erhielt an diesem und den nächsten Tagen seine Einberufung zur Wehrmacht. In wenigen Tagen war die Belegschaft auf weniger als die Hälfte zusammengeschrumpft.

Ich hatte an diesem 27. August, einem Sonnabend, wegen des Umzugs von der Alzeyer Straße in die Hafenstraße einen sehr langen Arbeitstag, der gegen 18.00 Uhr unterbrochen wurde, als ich ebenfalls meine Einberufung für den nächsten Tag erhielt. Nach einer dreimonatigen Grundausbildung kehrte ich vorübergehend in das Zivilleben zurück. Bis zum Herbst 1940 war ich noch in der Firma tätig, musste dann aber erneut die Uniform anziehen. Somit erlebte ich noch das erste Kriegsjahr zu Hause.

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