Ein Beitrag von Willi Hoffmann, aus "Im Dienste einer menschenwürdigen Gesellschaft", S. 33 - Teil 2
Möbel zum kleinen Preis
Herr Kübel konnte sich nach der Aufgabe des Handelsgeschäftes nun voll und ganz der Möbelfabrikation widmen. Sein Hauptaugenmerk galt zunächst insbesondere der Anwendung rationeller Herstellungsmethoden und dem Herausfinden günstigster Bezugsquellen für die zur Möbelherstellung benötigten Materialien. Nur so war es möglich, Möbel zu einem äußerst niedrigen Preis herzustellen, was dann auch in zahlreichen Aufträgen seinen Niederschlag fand. Die Lieferzeiten mussten mehr und mehr verlängert werden. Bald genügten die Räumlichkeiten in der Alzeyer Straße nicht mehr den Anforderungen. Weitere Räume mussten hinzugemietet werden, u. a. auch das Anwesen in der Bahnhofstraße, in dem ursprünglich das Handelsgeschäft untergebracht war. Die in der Alzeyer Straße hergestellten Möbel wurden in der Bahnhofstraße gebeizt, poliert, verpackt und in Waggons verladen.
Bau einer modernen Möbelfabrik
Auf die Dauer war natürlich die Produktion von Möbeln an verschiedenen Stellen der Stadt Worms und die damit verbundenen umfangreichen Transporte keine Ideallösung. Deshalb plante Herr Kübel den Bau einer modernen Möbelfabrik. Zunächst wurde mit der Stadt Worms verhandelt, aber es stand kein geeignetes Gelände zur Verfügung. Dagegen zeigten einige andere Städte und Gemeinden Interesse. Ihr Angebot war für Herrn Kübel umso verlockender, als diese Gemeinden über umfangreiche Wälder verfügten, wodurch die Versorgung mit dem für uns so wichtigen Rohstoff Holz als sehr günstig erschien.
Noch während Herr Kübel mit diesen Gemeinden verhandelte, ergab sich die Möglichkeit zum Kauf einer Möbelfabrik in Kahl am Main. Obwohl diese Fabrik nicht ganz seinen Vorstellungen entsprach, entschloss sich Herr Kübel doch zum Kauf. Am 1. Dezember 1937 erfolgte die Übernahme des Werkes Kahl, in dem zu dieser Zeit etwa 120 Personen tätig waren. Gleichzeitig wurde der Sitz der Firma von Worms nach Kahl verlegt.
"Karl Kübel, Kahl am Main" lautete fortan die Anschrift der Firma. Diese Anschrift sollte zum Ursprung für das heute so bekannte Firmenzeichen 3K werden.








