Ein Auszug aus dem Buch: "Aus der Kraft einer Vision", S. 53
Herrn Karl Kübel habe ich in 1957 kennengelernt, kurz nachdem ich von Rom nach Bonn kam, um an der dortigen Universität zu studieren. In den folgenden Jahren habe ich mich mit Herrn Kübel oft getroffen und wir haben über theologische und soziale Fragen diskutiert. Ich glaube, dies hat zum Teil dazu beigetragen, dass Herr Kübel mit Vorliebe Indien für seinen Einsatz gewählt hat.
Ich denke oft an einen Spruch, den Herr Kübel in einem Brief an mich zitierte:
"Willst Du gerade die Furchen ziehen, so hänge Deinen Pflug an einen hohen Stern." Diesen Rat verbinde ich mit einem anderen Satz, den Herr Kübel in einem kurzen Artikel schrieb. In ihm beschäftigte er sich mit der Zukunft der Weltbevölkerung: "Menschen haben die Möglichkeit, für das Überleben der Schöpfung Gutes zu tun, aber auch die Schöpfung zu missbrauchen und zu gefährden. ... Wenn wir über diese Wahrheit nachdenken, wird uns klar, wie wichtig es ist, integrale Persönlichkeiten in der Führungsrolle zu fördern. Die erste Vorraussetzung der Planung ist, solche Personen mit Fähigkeit und Hingabe zu finden, ..." Diese Sätze spiegeln den Geist von Herrn Kübel: Eine ganzheitliche Vision mit einem Blick für die Praxis.
Wir wissen, dass jede Struktur, ob Handwerk, Lebewesen oder Mensch am besten repariert beziehungsweise geheilt werden kann, wenn der ursprüngliche Entwurf oder die Bestimmung wiederhergestellt werden. So ist es auch mit der Heilung der Gesellschaft. Sie hat die Aufgabe, die Schöpfungsbestimmung möglichst treu zu verwirklichen.








