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»In den letzten 300 Jahren hat die industrielle Revolution vermocht, die Lebensbasis für Milliarden Menschen zu schaffen und nun steht die Menschheit am Rande des Abgrunds, weil das Wachstum in Blindheit geschieht. Wir müssen lernen, im Wachsen fruchtbar zu werden.« (Karl Kübel)

"Karl Kübel prägte mein soziales Engagement" von C.M. Antony (Teil 2)

Karl Kübel
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Ein Beitrag von C. M. Antony, aufgenommen von Dr. George Arickal; Indien, 31. Dezember 2008

Mr. C.M. Antony beschreibt weiter, wie er vom Stifter Kübel zum Sozialarbeiter berufen wurde: Es war an einem Abend im Jahr 1985. Nach einem Besuch in den Dörfern im Projektgebiet Silwani, Mittelindien, lud mich Karl Kübel zu einem kurzen Gespräch ein. Ich war von den Strapazen unseres Besuchs in den entlegenen  Dörfern ganz erschöpft, doch Karl Kübel, der fast zwölf Jahre älter war, zeigte kein Zeichen der Müdigkeit. Im Gegenteil; er war voller Begeisterung und Entschlusskraft. Ich wollte mich zunächst frisch machen und mir einen Drink genehmigen. Ich spürte jedoch gewisse Ungeduld bei dem großen Besucher und so ging ich sofort in sein Zimmer.

Karl Kübel's Entscheidung stand fest und er kam gleich zum Thema, nämlich zur regionalen Konzentration der Stiftung auf Indien im Bereich der Projekte der 'Hilfe zur Selbsthilfe'. Er fragte, ob ich bereit und in der Lage wäre, überall in Indien dörflich orientierte Entwicklungsprojekte wie in Silwani zu planen und durchzuführen. Es sei wichtig, dass die Hilfe den Bedürftigen direkt zugute käme und die Projekte innerhalb kurzer Zeit die Überlebensfähigkeit erreichen. Dafür seien hoch motivierte und kompetente Partner in Indien zu identifizieren.

"... bis heute habe ich diesen Schritt nie bereut"

Von dieser spontanen Anfrage völlig überrascht wies ich darauf hin, dass ich vom Beruf Ingenieur wäre und dass mein Alter mit angegriffener Gesundheit ein Hindernis sein würde, diesem gigantischen Vorhaben gerecht zu werden. Darüber hinaus sagte ich ihm, dass mein Wohnsitz in Kerala, Südindien, kein geeigneter Standort für die Planung und Durchführung von Projekten in Gesamtindien wäre. Das Argument mit dem Alter konnte nicht greifen, da ich mir bewusst wurde, dass mein Gesprächspartner mehr als zehn Jahre älter war. Die  Standortfrage wurde von Karl Kübel weggewischt und zwar mit dem Hinweis auf moderne Transport-und Kommunikationsmittel. Er war für mich so überzeugend, dass ich mein Zögern aufgab und bis heute habe ich diesen Schritt nie bereut.

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