aus der Ansprache von Herrn Dr. Gern beim Gottesdienst zum 1. Todestag Karl Kübels am 10. Februar 2007
Liebe Familien und Freunde von Karl Kübel,
auch in Zeiten der Krise dürfen wir das nicht vergessen: eine Gemeinschaft, die nicht füreinander einsteht, verkommt. Ein-mal sprach ich vor über zehn Jahren mit Karl Kübel über das Verhältnis von Macht und Dienst. Und er sagte etwa so: In der Schöpfungsarbeit, im Dienen begegne ich Gott. Und Gott selbst hat ja die Ohnmacht des Menschen durchlebt. In einer Welt, die vom Dienen wenig, vom Fordern viel hält, die vom Ich voller ist als vom Du - da ist die Botschaft Jesu revolutionär. Und wir sind mit Karl Kübel konservativ, in dem wir daran festhalten an der „sehenden Liebe", wie Pestalozzi es sagte, an der Mitleidenschaft - denn "man is family". Der Mensch ist Gemeinschaft. Und Gemeinschaft geht nur, wenn einer dem anderen in Liebe zuvorkommt.
Wir denken heute in Dankbarkeit und voller guter Erinnerung an Karl Kübel und wissen uns im gemeinsamen Glauben an die Liebe Gottes geborgen. Die Zukunft der Welt wird sich daran entscheiden, inwieweit wir willens und in der Lage sind, verantwortlich zu sein und "sehende Liebe" zu leben. In diesem Bemühen wissen wir uns getragen von Gottes Liebe, wie es Karl Kübel tat - und beten mit Worten von Dietrich Bonhoeffer:
Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Amen.








