»Es geht darum, die Existenznot der Menschen überwinden zu helfen, ihre Selbsthilfekräfte zu stärken und sie somit in die Lage zu versetzen, ihre Kinder zu ernähren und zu ihrer geistig-seelischen Entwicklung beizutragen.« (Karl Kübel)

Bensheimer Präventionshandbuch

Präsentation des Präventionshandbuchs
von rechts: Der Bensheimer Stadtrat Matthias Schimpf mit Daniela Kobelt Neuhaus und Anja Köbe (ganz links) von der Karl Kübel Stiftung sowie mit Vertreterinnen und Vertretern von Kindertagesstätten und Schulen, die an der Erstellung des Präventionshandbuchs beteiligt waren

Infos

Bei Fragen wenden Sie sich an:
Anja Köbe,
Tel.: 06251 / 7005-63

Gemeinsames Engagement von Stadt, Stiftung, Kinderbetreuungseinrichtungen und Vereinen für den Kindesschutz

Am 22. Juni wurde in der Stephanusgemeinde in Bensheim das Bensheimer Präventionshandbuch vorgestellt. Es ist das Ergebnis einer einjährigen Kooperationsarbeit zwischen der Stadt Bensheim, der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie und Einrichtungen in Bensheim, die Verantwortung für Kinder und Familien übernehmen. 

Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstand der Karl Kübel Stiftung, ist stolz darauf, dass es der Stiftung gelungen ist, unterschiedlichste Einrichtungen in Bensheim, die sich mit Erziehung, Bildung und Beratung von Kindern und Familien beschäftigen, für die Mitarbeit am Präventionshandbuch zu gewinnen und an einen Tisch zu bringen.

Einrichtungen sensibilisieren

"Alle reden von Kindesschutz und dem §8a im VIII. Buch des Bundessozialhilfe-Gesetzes, der den Schutzauftrag des Jugendamtes regelt. Der Paragraph soll Kinder vor Missbrauch, Misshandlung und Missachtung schützen, greift aber erst, wenn ernsthafte Verdachtsmomente vorliegen. Wir aber haben mit dem Netzwerk die Einrichtungen sensibilisiert, früh und intensiv alle Anzeichen von Risiken und Gefährdungen sowie entsprechende Verhaltensweisen und Äußerungen der Kinder ernst zu nehmen", sagt Kobelt Neuhaus.

Stadtrat Matthias Schimpf betont, dass es der Stadt ein besonderes Anliegen ist, die Kinder in allen schwierigen Situationen zu begleiten. Oft seien es ja kleine Anzeichen von familiären Konflikten, die vielfach durch simple Entlastung der Eltern oder Gespräche geregelt werden können, ohne dass das Jugendamt gleich eingeschaltet werden müsse, meint Schimpf. Christine Franke, Leiterin der Kita der Stephanusgemeinde und aktive Mitgestalterin der Veröffentlichung, sieht im Bensheimer Präventionshandbuch eine wichtige Ergänzung der bereits in den Kindertageseinrichtungen und Schulen angebotenen Beratungen BiK und BiS, die für Eltern und Kinder ohne großen Aufwand genutzt werden können.

"Dass sich so viele Einrichtungen selber verpflichten wollen, ein besonderes Augenmerk auf die Prävention zu richten", sagt Schimpf, "hätte ich nicht gedacht. Bensheim ist damit im Kreis Vorreiter für ein offenes Bekenntnis zum Kindesschutz, das sich auch an die breite Bevölkerung richtet."

Handbuch und CD

Das Handbuch informiert Einrichtungen und Initiativen darüber, was unter Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung von Kindern verstanden wird und welche Anzeichen professionelle und ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer von Kindern beachten sollten, wenn sie sich für den Schutz der Kinder zuständig sehen. Das gilt für alle Organisationen vom Sportverein über die öffentlichen Einrichtungen bis hin zur Schülernachhilfe und das Frauenhaus.

Inzwischen haben bereits 20 Organisationen die Selbstverpflichtung unterschrieben, Ansprechpartner für Kinder und Eltern zu sein, so dass möglichst mit und für jedes Kind und seine spezifischen Anliegen Lösungen gefunden werden, bevor ein Einschreiten des Jugendamtes nötig wird. Die permanente Aufmerksamkeit für das Wohl der Kinder soll von den Einrichtungen auch den Eltern und der Öffentlichkeit gegenüber verdeutlicht werden.

Eine CD im Anhang der Broschüre enthält Tipps und Hinweise für Vereine und Organisationen für die Formulierung von entsprechenden Verhaltensvereinbarungen und internen Verpflichtungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Es soll sich nicht mehr vorkommen, dass Lehrerkräfte oder Erzieherinnen und Erzieher die Kinder mit ihren Problemen nach Hause schicken, ohne sich zu vergewissern, dass dort angemessene Ansprechpartner zu finden sind" - das ist Daniela Kobelt Neuhaus von der Karl Kübel Stiftung ein wichtiges Anliegen.  

Wer sich für die Broschüre interessiert oder sich in die Liste der sich selbst zum Kindesschutz verpflichtenden Einrichtungen eintragen lassen möchte, kann sich an die Stadt Bensheim oder an die Karl Kübel Stiftung (Anja Köbe, Tel.: 0 62 51 / 7005 63) wenden.


Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie

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