Die letzte Begegnung, die ich mit Karl Kübel hatte, war im Spätsommer 2005, als ich mit Besuchern aus Indien unseren Stifter in seinem Haus auf der Tromm besuchte.
Damals war ich selbst gerade von einer Reise aus den Tsunami-Gebieten Südindiens zurück gekehrt, und wir sahen uns gemeinsam einen kurzen Video-Film an, der die Wiederaufbaumaßnahmen, die neuen Häuser und Boote aber auch die Menschen, die dadurch wieder Halt und Perspektive in ihrem Leben gefunden hatten, zeigte.
"Wer hätte gedacht, dass das alles einmal so weit führen würde."
Farbenfrohe Boote mit dem Schriftzug und dem Logo der Karl Kübel Stiftung waren zu sehen, aus denen die Fischer ihren Fang anlandeten, Frauen und Kinder, die in neuen Häusern Schutz und Heim gefunden hatten. Herr Kübel - obwohl damals schon stark von Krankheit und Alter geschwächt - verfolgte den Beitrag still und aufmerksam. Am Ende sagte er völlig überraschend mit klarer Stimme, ein leichtes Lächeln auf den Lippen: "Wer hätte gedacht, dass das alles einmal so weit führen würde." Das waren seine letzten Worte, bevor er sich höflich von uns verabschiedete, mit dem Hinweis, dass er nun müde sei.
Er war wohl wirklich beeindruckt von den Bildern, und man merkte ihm eine tiefe Zufriedenheit und Dankbarkeit an, über das Gesehene aber wohl auch über sein Lebenswerk und die Zeit, die ihm gegeben war, dies alles zu initiieren und die Früchte seiner Arbeit reifen zu sehen.
Diese Bescheidenheit, Dankbarkeit und tiefe Zufriedenheit bleiben mir besonders in Erinnerung und sind für mich Auftrag zugleich, in diesem Sinne an der Weiterführung des Lebenswerkes des Stifters Karl Kübel mitwirken zu können.








