Durch seine Vision und Tatkraft lebt Karl Kübel im Herzen unzähliger Menschen, vor allem in Indien. Ich spüre diese herzliche Verbundenheit und Verehrung immer wieder in den Projektregionen und insbesondere wenn ich im Karl Kübel Institut für entwicklungsbezogene Bildung in Indien bin. Wir nennen das Zentrum KKID, d.h. Kid von KK. Da denke ich oft an einen Anruf vom Stifter Karl Kübel in Worms.
Es war an einem Sonntag im Jahr 1990; meine Frau und ich waren dabei, in Wormser Dom für den Sonntaggottesdienst zu gehen. Im gewöhnlichen Fall pflegte Karl Kübel am Montag anzurufen und manche während des Wochenendes entwickelten Ideen mitzuteilen. Bei diesem Anruf an einem Sonntag dachte ich, dass es um eine besonders dringende Angelegenheit handelt. Karl Kübel fragte mich, ob es nicht sinnvoll wäre, im Rahmen der Zehnjahresplanung die Errichtung von zwei "Ashrams" in Indien vorzusehen.
Träumen Sie ein bisschen davon
Ashrams in Indien; ist es nicht gleich wie Eulen nach Athen zu tragen? bemerkte ich ganz spontan. Ich habe viele Ideen und darüber sprechen wir Morgen ausführlicher, sagte Karl Kübel und er beendete das Telefongespräch mit einem väterlichen Hinweis: Träumen Sie ein bisschen davon. Dies ist kennzeichnend für ihn; er war von der Idee ganz überzeugt und wollte damit nicht warten. Mit Ashram meinte Karl Kübel ein in die Spiritualität verwurzeltes, wertorientiertes professionelles Bildungszentrum zur Weiterbildung des Personals zur Effektivierung der Entwicklungszusammenarbeit.
Wenn einer allein träumt, bleibt es nur ein Traum. Wenn mehrere gemeinsam träumen, wird es eine Realität. So hat der damalige Traum von Karl Kübel in Form dieses Bildungszentrums Gestalt angenommen. Ich bin dankbar, dass auch ich bei vielen ähnlichen Initiativen vom Stifter Karl Kübel mitträumen dürfte und ich trage in meinem Herzen immer noch die Verpflichtung, seinem Vermächtnis so weit wie möglich gerecht zu werden.
Dr. George Arickal, Indien im Januar 2009








