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»Es geht darum, die Existenznot der Menschen überwinden zu helfen, ihre Selbsthilfekräfte zu stärken und sie somit in die Lage zu versetzen, ihre Kinder zu ernähren und zu ihrer geistig-seelischen Entwicklung beizutragen.« (Karl Kübel)

"Unser Papa schafft bei Kübel"

Karl Kübel als Unternehmer, 3-K-Werke

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Ein Beitrag von Elisabeth Vierheller geb. Hermann aus der Zeit 1955 - 1960

Mein Vater stammt aus der Batschka, aus einer kinderreichen Bauernfamilie. 1955 wurden er und seine Familie aus dem damaligen Jugoslawien als Volksdeutsche rückgesiedelt.

Im Juni 1955 bekam er bei dem 3KKK Möbelwerk in Worms im Spanplattenversand Arbeit, wo er jahrzehntelang bis hin zum Ruhestand treu seine Dienste tat.

Die Arbeit war ihm heilige Pflicht, ja Gottesdienst und kein leichter. Es klingt fast unglaublich, in seinen vielen Arbeitsjahren, hat mein Vater stets pünktlich die Kontrollstelle des Portiers passiert.

"Man konnte Stolz und Freude an seinem Gesicht sehen"

Ganz selten war er krank und hat noch seltener einen Krankenschein erbeten. Mit einer mir heute noch unbegreiflichen Ehrfurcht hing mein Vater an seinem Arbeitgeber, dem "Herrn Kübel" -  wie er ihn nannte, fühlte sich als stiller Teilhaber verantwortlich für den Fortschritt des Möbelwerkes, und war stets dankbar und stolz für den Lohn den man ihm zahlte.

Man konnte Stolz und Freude an seinem Gesicht sehen, wenn er am Zahltag, die geschlossene Lohntüte, deren Inhalt er laut Vorschrift, durch das dünne Papier hindurch gewissenhaft geprüft hatte, mit nach Hause brachte.
Diese Tage waren für uns Kinder Festtage, da der Vater uns großzügig erlaubte, eine Süßigkeit zu kaufen. Dabei sagte er: "Kinder denkt auch an den Herrn Kübel, ohne ihn hättet ihr die Freude nicht."

"Herr Kübel war fast so wie der liebe Gott"

Für uns war der "Herr Kübel" eine ganz besondere Persönlichkeit. Viel zu gerne hätten wir ihn einmal gesehen oder mit ihm gesprochen. Aber der Vater erklärte, dass es nicht ginge, da der "Herr Kübel" dafür keine Zeit hätte, und es so viele Kinder gebe, die das auch wollten. So war unsere Vorstellung diese: Herr Kübel war fast so wie der liebe Gott oder zumindest der Heilige Nikolaus, aber auf jeden Fall heilig.

Jedes Jahr im Advent bekamen die Kinder der Arbeiter des Kübelwerkes ein Geschenk zu Weihnachten in Form einer Gebäckdose. Diese Dosen sind uns heute noch eine liebe Erinnerung unserer Kinderzeit. Gespannt warteten wir auf den Abend, an dem der Vater diese Gebäckdose in seiner Arbeitstasche mit nach Hause brachte. Selbstverständlich nur zum Anschauen, dann wurden sie bis zum Heiligen Abend vor uns sicher verwahrt.

"Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen gegenüber seinen Arbeitnehmern"

Da unsere Eltern mit jedem Groschen rechnen mussten, kannten wir Kinder das unsinnige Beschenktwerden von heute nicht, und doch waren wir glückliche Kinder und fühlten uns durch diese Geschenke von "Herrn Kübel" geschätzt und geachtet. Das Weihnachtsgeschenk bereitete uns jedes Jahr große Freude.

So hat der Arbeitgeber meines Vaters bei mir und meinen Geschwistern einen hohen Stellenwert und wenn irgendwo jemand von Karl Kübel und den Möbelwerken sprach, wurden wir ganz ehrfurchtsvoll und voller Hochachtung vor diesem Menschen.

Von so viel Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen gegenüber seinen Arbeitnehmern könnte sich heute so mancher Unternehmer ein Beispiel nehmen! "Denn ihre Werke folgen ihnen nach."

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