5. Juni. Erst langsam wird das komplette Ausmaß von Zerstörung und Not sichtbar - die Situation ist für Kinder und Alte besonders prekär! Der Zyklon "Aila" war am Montagabend, 25. Mai, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern in der Stunde auf die Küste an der Bucht von Bengalen im Nordosten Indiens getroffen und hatte erhebliche Sachschäden verursacht. Hunderttausende Menschen wurden obdachlos.
In der Region fordern schwere Unwetter immer wieder Todesopfer. Bereits im November 2007 kostete der Zyklon "Sidr" etwa 4.000 Menschen in Bangladesch das Leben.
Über 500.000 Menschen obdachlos
Aila hat in Indien die so genannten Sunderbans, die Deltaregion des Ganges südlich von Kolkata, dem früheren Kalkutta, besonders stark betroffen. Über 500.000 Menschen sind dort obdachlos geworden, 130.000 davon befinden sich in hoffnungslos überfüllten Flüchtlingslagern. Tausende sehen für sich keine Zukunft mehr und wandern in die Slums der Millionenstadt Kolkata ab. Darüber hinaus wurden die Deichanlagen, die die tief liegende Deltaregion vor Überschwemmungen schützen, nahezu vollständig zerstört.
Für die, die ausharren und in ihren Dörfern einen Neuanfang wagen wollen, wird die Situation immer prekärer. Eingestürzte Häuser, von Salzwasser überflutete und zerstörte Felder, verschmutzte Brunnen und verwesende Tierkadaver kennzeichnen die aktuelle Lage.
Insbesondere die Trinkwassersituation spitzt sich zu
Laut der Times of India vom 5. Juni 2009 leiden bereits 40 Prozent der betroffenen Menschen unter Durchfallerkrankungen, was insbesondere bei Alten, Kindern und geschwächten Personen schnell zum Tod führen kann. Hinzu kommen Schlangenbisse und Infektionen durch nicht behandelte Wunden. Hilfe hat bislang offenbar nur 5 Prozent der Opfer erreicht.
Die Karl Kübel Stiftung arbeitet vor Ort mit der Tagore Society, einer lokalen Hilfsorganisation, zusammen. Die Tagore Society, mit der die Bensheimer Stiftung in Kooperation mit dem Verein "Geo schützt den Regenwald e.V." ein Aufforstungsprojekt in der Deltaregion durchführt, ist aktuell in die laufenden Hilfsmaßnahmen eingebunden. Medikamente, Wasserfilter und Baumaterial für einfache Häuser werden derzeit am dringendsten benötigt, um die Gefahr der weiteren Ausbreitung von Durchfallerkrankungen vorzubeugen.
"Die Menschen haben im Moment keine andere Wahl, als das Wasser aus den mit Salzwasser, Tierkadavern und Schlamm verunreinigten Brunnen zu trinken", so Ralf Tepel, Vorstand der Karl Kübel Stiftung. Da mit den zerstörten Häusern auch die Nahrungsmittelvorräte vernichtet wurden, haben die Menschen keine Möglichkeit, sich selbst zu versorgen. "Den Kindern gilt unsere besondere Sorge, da sie kaum Reserven haben. Durchfallerkrankungen, fehlendes Trinkwasser und Nahrung können gerade bei ihnen schnell zum Tod führen."
Die Not ist gewaltig
"Unsere Mitarbeiter haben in den letzten Tagen das Katastrophengebiet besucht, um uns ein möglichst genaues Bild von der Situation zu geben. Wir wollen nicht mit staatlichen Hilfsleistungen konkurrieren oder die Maßnahmen anderer Hilfsorganisationen duplizieren. Wir wollen dort helfen, wo Not am Mann ist", so Tepel weiter.
Staatliche Hilfsleistungen beschränken sich aktuell hauptsächlich auf die Flüchtlingscamps. In die zerstörten Dörfer ist bislang kaum Hilfe gelangt, da die Gebiete nur mit Booten zu erreichen sind. Die Karl Kübel Stiftung ruft zu Spenden auf, um insbesondere den Menschen, die in ihren Dörfern ausharren und einen Wiederaufbau versuchen, Soforthilfe zukommen zu lassen. Erste Hilfsgelder für die Verteilung von Medikamenten, Nahrungsmitteln, die Verteilung von sauberem Trinkwasser und den Wiederaufbau von zerstörten Häusern sind bereits frei gegeben, und Hilfsmaßnahmen sind angelaufen.
Neben der unmittelbaren Nothilfe ist der Zeitdruck groß, die zerstörten Deichanlagen wieder zu reparieren und aufzubauen. Weitere Überflutungen durch Salzwasser werden das fruchtbare Ackerland auf Jahre unbrauchbar machen. Daher sollen die Menschen auch dabei unterstützt werden, ihre Felder möglichst schnell gegen weitere Überflutungen zu schützen, ein Wettlauf gegen die Zeit.
Die Not ist gewaltig. Daher ruft die Karl Kübel Stiftung dringend zu Spenden für weitere Nothilfemaßnahmen in der Region Sunderbans auf. Unterstützen Sie uns dabei, den betroffenen Menschen, insbesondere den Kindern, das Überleben zu sichern.
SPENDEN
Bitte spenden Sie unter dem Stichwort "AILA" auf das Spendenkonto der Karl Kübel Stiftung bei der Sparkasse Bensheim,
Konto 50 50 000, BLZ 509 500 68.
Vielen Dank!










