»Die Qualität des Lebens kann sich nur verbessern, wenn der Mensch selbst sich in seiner Qualität verbessert. So gesehen kann unser Anliegen nur das sein, dem Menschen zu helfen, fähig zu werden, dass er selbstsicher, urteilsfähig, kreativ und aktiv für Solidarität wirkend im Leben steht.« (Karl Kübel)

Rundreise auf den Spuren der Spielkultur Indiens

Indienreise-Mädchen

Infos

Route und Programm stehen fest: mehr unter "SpielKultur Indien".

Die Reise kann bei www.ic-urlaub.de gebucht werden.

Hier können Sie Informationen anfordern.

Oder Sie rufen an: Sabine Beier,
Telefon: 0 62 51 / 70 05 22;
E-Mail: s.beier@kkstiftung.de.

SpielKultur Indien
Indienreise-Bauer-Reisfeld
Indienreise-Relief-Tempel

Frühjahr 2010: Sightseeing, Kultur und Entwicklungshilfeprojekte kennenlernen

Im kommenden Frühjahr (20. Februar bis 5. März 2010) bietet die Karl Kübel Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Reiseanbieter INTERCONTACT aus Remagen eine Studienreise mit dem Titel "SpielKultur Indien" an. Die 14-tägige Tour richtet sich an alle, die Südindien auf eine etwas andere Art kennenlernen möchten. Das Eintauchen in eine Welt voller Kontraste, das intensive Erleben indischen Alltags, hautnahe Begegnungen mit Menschen und ein Querschnitt der vielfältigen Landschaften Südindiens werden den Teilnehmern geboten. Vor allem durch gemeinsames Spielen wird der Austausch zwischen den Kulturen erfolgen. Indien als historische Wiege des Schachspiels und vieler anderer Spiele bietet dafür den idealen Rahmen.

Indien mit allen Sinnen zu erleben, ein Gefühl für das Land zu bekommen, sich nicht von Vorurteilen und Ängsten bestimmen zu lassen, sondern positiv und offen auf das Land zuzugehen, sind Anliegen der Reise. Bei den Hotelaufenthalten besteht die Möglichkeit, sich mit ayurvedischen Behandlungsmethoden vertraut zu machen und sich verwöhnen zu lassen.

Die Reiseroute: Frankfurt, Bangalore, Chikmagalur, Mysore, Ooty, Coimbatore, Chennai, Frankfurt; Reisepreis: 1.949 Euro. Anmeldeschluss ist der 2. Dezember 2009. Die Reise wird von einem erfahrenen Indien-Referenten begleitet. Wer neugierig geworden ist, findet weitere Informationen unter: www.ic-urlaub.de und www.kkstiftung.de oder wendet sich an Sabine Beier, Tel. 06251 7005 22, E-Mail: s.beier@kkstiftung.de.  

"Wir kommen wieder" – Eindrücke einer 16-tägigen Gruppenreise nach Indien

Dass sich die Reise in vieler Hinsicht lohnt, hat eine Gruppe von 23 Fachleuten erfahren, die kürzlich aus Südindien zurückgekehrt ist. Die Experten aus sozialen und therapeutischen Arbeitsfeldern aus verschiedenen Bundesländern waren unter der Leitung von Daniela Kobelt Neuhaus und Ralf Tepel, zwei Vorstandsmitglieder der Karl Kübel Stiftung, nach Indien aufgebrochen. Der folgende Reisebericht der Gruppe veranschaulicht die Stationen und Inhalte, auch wenn das für 2010 geplante Angebot andere Schwerpunkte haben wird.

Die über INTERCONTACT aus Remagen organisierte 16-tägige Tour startete in der Millionenstadt Bangalore, dem indischen "Silicon Valley". Von dort ging es durch arme und unterentwickelte ländliche Regionen im Hochland von Karnataka, die berühmten kulturhistorischen Glanzlichter Belur und Halebid, die Residenzstadt Mysore und die ehemalige britische Sommerresidenz Ooty nach Coimbatore und abschließend nach Chennai, das ehemalige Madras an der Ostküste. Mit Bus und Bahn, an den einzelnen Reisestationen meist zu Fuß, tauchte die Gruppe in die Vielfalt des Alltags ein - in Städten, auf Märkten, in entlegenen ländlichen Gemeinden und in Slums.

Umfassendes Programm aus Kultur, Bildung und Entwicklungsarbeit

Neben den kulturhistorischen Glanzlichtern, dem bunten Treiben auf den Straßen und Märkten Südindiens, waren es vor allem die intensiven Begegnungen mit den Menschen, die die Reise für die Teilnehmenden zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließ. Ausführliche Besuche bei Entwicklungsprojekten der Karl Kübel Stiftung bildeten Kontrastpunkte zu den kulturhistorischen Teilen der Reise. 

Erster Höhepunkt war der Besuch eines ländlichen Entwicklungsprojektes im Herzen des Hochlands von Karnataka. In dieser bereits Ende Februar von Dürre geplagten Region bei Tarikere schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Im Gegensatz zu Bangalore, dem modernen und hektischen, westlich anmutenden Ausgangspunkt der Reise, herrscht hier der Rhythmus des ländlichen Indiens. Ochsengespanne ziehen wie vor Jahrhunderten ihre Fuhren oder pflügen auf den wenigen bewässerten Feldern die tiefen, mit Wasser gefluteten Flächen. Frauen mahlen mit schweren Granitmühlen das Korn und  pflanzen in mühsamer Handarbeit Reissetzlinge in den Boden. Hier, wo nach wie vor das Herz des Subkontinents schlägt, ist Landwirtschaft fast ausschließlich schwerste Handarbeit.

Hinter der ländlichen Idylle zeigen sich aber schnell die Probleme: Armut, niedrige Erträge aus der Landwirtschaft und die saisonale Abwanderung der Familien auf der Suche nach Arbeit und Einkommen bringen viele Belastungen mit sich. Kinderarbeit ist hier eine der wesentlichen Folgen.

Intensiv diskutierten die Reisenden aus Deutschland mit den örtlichen Frauengruppen über ihren Alltag und erfuhren von ihnen aus erster Hand von den Veränderungen, die sich in ihrem Leben durch die von der Karl Kübel Stiftung finanzierten Entwicklungsmaßnahmen ergeben haben. An erster Stelle ist dies die verstärkte Selbstbestimmung, die sie sich durch neue Selbsthilfegruppen erarbeitet haben. Eigenes Geld zu verdienen, selbstbewusst in der Familie und der überschaubaren Dorfpolitik Einfluss zu nehmen sowie ‚gehört zu werden' ist  für viele der entscheidende Punkt. Bildung für die Kinder, die es einmal besser haben sollen, war ein weiteres wichtiges Thema.

Intensive Einblicke in die Lebensrealität

Beeindruckend und zum Teil bedrückend waren die Begegnungen mit ehemaligen Kinderarbeitern, die in so genannten Brückenschulen durch intensive Betreuung und Förderung wieder an ihr Schulniveau herangeführt werden. Insbesondere aber das Zusammentreffen mit Kindern, die aus von AIDS betroffenen Familien stammen, der Kontrast zwischen ihrem Elend und ihrem Lebensmut, ging an keinem der Reisenden spurlos vorüber.

Insgesamt wurde deutlich, dass es der Karl Kübel Stiftung bei der Arbeit mit den Kindern nicht nur darum geht, ihnen durch Bildung echte Chancen und Lebensperspektiven zu geben. Zudem sollen die Kinder auch wieder eine wirkliche Kindheit erleben können, mit Spiel und Spaß und der Möglichkeit, ihre Potenziale zu entwickeln und zu entfalten. Zahlreiche Gespräche machten deutlich, dass diese Botschaft bei den Kindern angekommen ist; sie besitzen großen Lerneifer und bemühten sich intensiv, sich auf Englisch zu unterhalten. Die häufigsten Berufwünsche sind Arzt, Richter, Lehrer und IT-Ingenieur. Am Ende war sich die Reisegruppe sicher: Erhalten die Kinder eine echte Chance, dann werden sie es auch schaffen.

Neben ernsten Themen gab es Zeit für Spiel und Tanz, die vor allem die Kinder in vollen Zügen genossen. Dazu trugen junge Freiwillige aus Deutschland bei, die über das "weltwärts"-Programm der Bundesregierung von der Karl Kübel Stiftung nach Indien entsandt wurden, um an Brückenschulen oder in Kinderheimen für ein halbes Jahr zu hospitieren.

Besuche in Entwicklungsprojekten

Kulturhistorisch kamen die Reisenden bei Tempelführungen in Belur, Halebid, Somanathpuram und Mysore auf ihre Kosten. Die hoch qualifizierte indische Reiseleitung erläuterte nicht nur die beeindruckende Architektur der südindischen Hoysala-Dynastie aus dem 12. Jahrhundert, sondern vermittelte auch einen fundierten Einblick in die hinduistische Mythologie. Die filigranen Skulpturen der nahezu vollständig erhaltenen Tempelkomplexe gehören zu den herausragenden Beispielen hinduistischer Baukunst in Südindien.

Bleibende Eindrücke hinterließen spontane Stopps auf der Fahrt, um Landarbeitern bei der Arbeit zuzusehen, die einfachen Hütten von Ziegeleiarbeitern, eine Teefabrik und die Slums von Coimbatore zu besuchen, unsicher auf den Brennöfen der Ziegeleien zu balancieren, gemeinsam mit Dorfbewohnerinnen aus der Kaste der Unberührbaren bei Coimbatore zu kochen oder einen Nachmittag in einem Ashram und individuelle Ausflüge auf Märkte und Basare zu genießen.

Abschließend kann festgehalten werden, dass durch die Besuche von Entwicklungsprojekten der Karl Kübel Stiftung auf der Reise die Komplexität von Entwicklungsarbeit vermittelt worden ist. Am konkreten Beispiel konnte den Reisenden der Ansatz der ‚Hilfe zur Selbsthilfe' vorgestellt werden. Dabei wurde auch die besondere Verbindung der Stiftung mit Indien und die Kooperation mit den dortigen Projektpartnern gewürdigt. "Hier sind Menschen am Werk, für die Entwicklungsarbeit nicht einfach ein Job ist, sondern die mit Leib und Seele bei der Sache sind", so die Rückmeldung vieler Teilnehmer.

Indien mit allen Sinnen erleben, trotz der Vielzahl von Programmpunkten den Boden und die Menschen des riesigen Subkontinents zu spüren, ein Gefühl für dieses Land zu bekommen, sich nicht von den eigenen Vorurteilen und Ängsten bestimmen zu lassen, sondern positiv und offen auf das Land zuzugehen, war für viele das wichtigste Erlebnis. Für die meisten Mitreisenden stand fest: "Wir kommen wieder!"

Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie

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