Geldbörsen mit dem Gütesiegel "Bio" aus grünen Milch-Tetra-Paks, bunte Kerzenleuchter aus verschmolzenem Gelbem-Sack-Müll, Handtaschen aus geflochtenen Telefonbüchern oder Chipstüten und Kulturbeutel aus Safttüten gefertigt: Originell sind sie allemal, die Exponate der neuen Gemeinschaftsausstellung der FES und der Karl Kübel Stiftung im FES-Servicecenter am Liebfrauenberg in Frankfurts Innenstadt. Und sie haben noch mehr gemeinsam: Alle sind Unikate, aus Müll produziert, können käuflich erworben werden, und der Erlös kommt einem guten Zweck zugute.
Die Taschen aus Safttüten etwa stammen aus einem Projekt der Karl Kübel Stiftung - einer Nähereikooperative in Cebu City, Philippinen. Die auf den Müllkippen der Millionenstadt gesammelten Safttüten werden vor Ort von Familien gewaschen, getrocknet und anschließend zu verschiedenen Accessoires verarbeitet. Der Erlös aus dem Verkauf fließt zu 100 Prozent an die als Hilfe zur Selbsthilfe gegründete Kooperative und damit an die Familien im Projekt. "Von den Einnahmen aus dem Verkauf einer Tasche kann eine Familie dort etwa eine Woche leben", erklärt Daniela Kobelt Neuhaus vom Vorstand der Stiftung.
Andere witzige Deko-Objekte der Ausstellung, zum Beispiel Miniatur-Hubschrauber oder -Autos, sind von einer Künstlergruppe in Madagaskar aus alten Coladosen gefertigt worden. Die aus gebrauchten Telefonbüchern und Chipstüten geflochtenen Handtaschen stammen aus der Frauenkooperative "Alay Kapwa" in der philippinischen Hauptstadt Manila.
Die recycelten Objekte haben mit Müll nichts mehr zu tun - vielmehr machen ihre Farbenfreude und die extravagante Idee, die hinter jedem einzelnen Produkt steht, sie zu ausgefallenen Modestücken. In unserer so genannten "Wegwerfgesellschaft" kann man sich nur mehr solcher Projekte wünschen.
Alle, die Lust bekommen haben, sind herzlich eingeladen, in der Ausstellung vorbeizuschauen.
Radiobeitrag Gemeinschaftsausstellung "Die Karriere der Safttüte" (Katholische Privatfunkredaktion, Kirchenprogramm bei HIT Radio FFH, Harmony FM, RPR1)
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