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»Hilfe zur Selbsthilfe kann nur geleistet werden, wenn man sich in erster Linie als Lernender in ein fremdes Land begibt.« (Karl Kübel)

"Herr Kübel hatte die Gabe, Menschen für seine Ziele einzunehmen..."

Karl Kübel
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Ein Beitrag von Friedrich Karl Hollidt

Es ist schwierig, die 20 Jahre, die ich für und mit Herrn Kübel arbeiten durfte, in ein paar Sätzen darzustellen. Es war auch nicht ein Erlebnis, es waren sehr viele, die mir die Person Karl Kübel näherbrachten.

Nach dem verlorenen Krieg, der alle Illusionen zerstört hatte, traf ich in Herrn Kübel einen Mann, der begeisterungsfähig war, und auch selber begeistern konnte. Er wusste zu motivieren und Ziele zu setzen (kein Berg ist uns zu hoch, wir brauchen nur die richtige Ausrüstung, oder, es ist gleich wer die Tore schießt, Hauptsache wir schießen sie und gewinnen das Spiel). Wir damals jungen Mitarbeiter waren beeindruckt von dem Glauben an den Erfolg, der sich dann ja auch immer wieder einstellte und an dem wir teilhaben durften. Nicht nur die Partnerschaft, die ja eine "Teilhabe" vertraglich regelte und damals sicher eine große soziale Errungenschaft war, weckte die Kräfte, sondern die immer positive, ja fast charismatische Einstellung und der absolute Glauben an den Erfolg.

"Er erkannte, was in den Menschen steckte ..."

Herr Kübel hatte die Gabe, Menschen für seine Gedanken und Ziele einzunehmen und sie vor allem zu überzeugen. Er machte aus evtl. Kleinmütigen, Zögerern oder Zweiflern überzeugte Mitstreiter. Er erkannte, was in den Menschen steckte, und wusste es herauszuholen, auch indem er Verantwortung übertrug. Auf loyale und engagierte Mitarbeit durfte er so immer rechnen. Diesem Vertrauensvorschuss gerecht zu werden, war nicht immer einfach, und manch einer, der in leitende Funktionen neu eingestellt wurde, scheiterte daran.

Ich habe 20 Jahre meines Berufslebens für den Unternehmer Kübel und die AG und deren Nachfolger gearbeitet, wobei ich in der Rückschau die Zeit mit dem Unternehmer als sehr positiv betrachte. Die enge Zusammenarbeit mit einem so "genialen" Mann wie Herrn Kübel war nicht immer einfach, aber für mich war sie absolut persönlichkeitsbildend, und sie hat mir eigentlich immer Spaß gemacht.

"Seine Lebensleistung bleibt bewundernswert."

Den Verkauf des Unternehmens und die Gründung einer Stiftung im Jahr 1973 war sicher eine notwendige unternehmerische Entscheidung. Ich habe sie damals, auch im Sinne der Partnerschaft nicht verstanden. Wir fühlten uns plötzlich allein gelassen. Herr Kübel begründete diesen Schritt so: "Es muss doch auch noch etwas anderes im Leben geben, als nur Planplatten und Möbel herzustellen." Dass er dieses "andere" so erfolgreich begonnen und weitergeführt hat, hat meine Einstellung doch sehr geändert und ich konnte mich bald mit den Zielen der Stiftung identifizieren, die ja am Anfang im Wesentlichen auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe lagen.

Wer Herrn Kübel kannte, brauchte sich auch nicht zu wundern, dass er den Wechsel vom Unternehmer zum Stifter so erfolgreich schaffte. Mit gesundem Gottvertrauen und einer gradlinigen, einfachen Denkungsart und immer mit mutiger Entschlossenheit hat er auf zwei so unterschiedlichen Gebieten großes geleistet. Seine Lebensleistung bleibt bewundernswert.

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