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»Sich selbst zu verwirklichen und anderen dabei zu helfen, ist Teilnahme an der Schöpfung Gottes.« (Karl Kübel)

Infoabend "Die verkauften Kinder von Cebu"

Infoabend
Freuten sich über die großzügige Privatspende des EU-Abgeordneten Michael Gahler (links): Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Stiftung, und Pater Heinz Kulüke

Infos

Die Arbeit von Pater Heinz Kulüke kann durch Spenden an die Karl Kübel Stiftung wirksam unterstützt werden: Spendenkonto Nr. 50 50 000 bei der Sparkasse Bensheim, BLZ 509 500 68, Stichwort: Pater Heinz.

Spendenprojekte in den Philippinen

Pater Heinz Kulüke berichtete über sein Engagement gegen Kinderprostitution und Mädchenhandel in den Philippinen / EU-Abgeordneter Michael Gahler spendete 10.000 Euro zugunsten des Engagements

Bensheim. Vor 50 Gästen, Interessierten und langjährigen Förderern der Philippinen-Projekte der Karl Kübel Stiftung aus der Region referierte Pater Heinz Kulüke vom Orden der Steyler Missionare gestern Abend auf Einladung des Weltladens St. Georg und der Karl Kübel Stiftung im Pfarrzentrum der katholischen Kirchengemeinde St. Georg über seinen Einsatz gegen Kinderprostitution und Mädchenhandel.

Der Steyler Missionar, der aus dem südlichen Emsland stammt, ist seit  mittlerweile 20 Jahren in den Philippinen tätig. Hauptberuflich arbeitet er zwar als Philosophie-Professor an der San Carlos Universität in Cebu City, doch seine Freizeit widmet er praktisch vollauf den Straßenkindern, den Obdachlosen und Kinderprostituierten. In Bensheim berichtete er mit teilweise schockierenden Details von seiner Arbeit in den Rotlichtvierteln und auf den Straßen der südphilippinischen Metropole.

Etwa 10.000 Mädchen werden in der Sex-Industrie von Cebu City verkauft, davon sind etwa 40 Prozent minderjährig. Mit verheißungsvollen Angeboten - angeblich lukrativen und qualifizierten Jobs - werden die jungen Mädchen in ihren Heimatdörfern auf den unzähligen Inseln der Philippinen angeworben. Einmal in Cebu City angekommen, werden sie zur Prostitution gezwungen, einem leider immer noch und immer mehr florierenden Geschäft.

Häufig werden die Kinder bereits mit 13 Jahren an einem der 450 einschlägigen Plätze angeboten. Pater Heinz und seine Partner, die erst nach fast zehn Jahren zäher Arbeit Zugang zu den Vierteln erhalten haben, gelingt es immer wieder, junge Mädchen aus den Fängen der Zuhälter zu befreien. Solche Erfolge gelingen oft erst nach intensiven Verhandlungen mit den Peinigern der Kinder und zum Teil in riskanten Aktionen. "Jedes Schicksal und jedes junge Leben zählt", so der Steyler Missionar. Für junge Mädchen, die ungewollt schwanger wurden, hat die Organisation mit Hilfe der Karl Kübel Stiftung ein Rehabilitationszentrum eingerichtet, in dem die Minderjährigen ihre Kinder sicher zur Welt bringen können.

Danach werden ihnen Möglichkeiten geboten, sich mit einem Beruf wieder eine eigene Existenz außerhalb der Prostitution aufzubauen.

Mittlerweile leben bis zu 60 junge Frauen in dem Reha-Zentrum, das nur ein Teil der Arbeit von Pater Heinz darstellt: Oft zieht er bis spät in die Nacht zusammen mit Helfern durch die Rotlichtviertel, um Kondome und Einwegspritzen an die vielfach drogenabhängigen Prostituierten im Kindes- und Jugendalter zu Verteilen. "Die katholische Kirche steht dem Gebrauch von Kondomen zwar kritisch gegenüber, doch wir müssen hier vor Ort angesichts des Elends entscheiden, was in der konkreten Situation das kleinere Übel darstellt. Dann ist es wichtiger, das Leben oder die Gesundheit eines jungen Mädchens zu retten", erklärte der Pater. Häufig kümmert er sich auch mit Salben und Verbandmaterial um Verletzungen seiner Schützlinge. Als weitere Hilfsmaßnahme hat er eine Anlaufstelle für Drogensüchtige geschaffen; in dem so genannten Drop In versorgen sich bis zu 700 Menschen pro Jahr mit sauberen Einwegspritzen und sauberem Verbandmaterial oder lassen Wunden und Erkrankungen behandeln.

Vor Ort mit Partnern wie Pater Heinz Kulüke und seiner Organisation zusammenarbeiten zu können, ist für die Karl Kübel Stiftung lebenswichtig. "Nur wenn wir hoch motivierte und absolut vertrauenswürdige Personen und Organisationen haben, die in direktem Kontakt mit den bedürftigen Menschen stehen und mit ihnen zusammen Projekte planen und umsetzen, können wir unsere Ziele und Aufgaben realisieren", so Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung. Sie zeigte sich glücklich, dass der Kampf gegen die Kinderprostitution auch von Deutschland aus tatkräftig unterstützt wird und verwies hierzu auf das Beispiel des an diesem Abend anwesenden Michael Gahler, der als Mitglied des Europäischen Parlaments bereits vor vier Jahren an einer internationalen Konferenz gegen Mädchenhandel in den Philippinen teilgenommen hatte und seither die Arbeit von Pater Heinz und der Karl Kübel Stiftung mit Interesse und Engagement begleitet. Zum Wahlkreis des CDU Europa-Abgeordneten für West- und Südhessen gehört auch der Kreis Bergstraße.

Am Montagabend war der Parlamentarier nach Bensheim gekommen, um Pater Heinz seine persönliche Spende in Höhe von 10.000 Euro zugunsten der uneigennützigen Arbeit in Cebu City zu überreichen. Bei der Spendenübergabe betonte Gahler, dass politischer Druck aus dem Ausland zusätzlich dazu beiträgt, das Übel der Prostitution und des Handels von Kindern und Jugendlichen einzudämmen.


Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie

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