»Hilfe zur Selbsthilfe kann nur geleistet werden, wenn man sich in erster Linie als Lernender in ein fremdes Land begibt.« (Karl Kübel)

Zahlreiche Spenden für Projekt gegen Kinderarbeit in Indien

Bildung statt Kinderarbeit, Spenden Rainer Stephan
Jothimani mit ihrem Bruder Kannan (Bild: Laura Deichfuß / Kerstin Fischer)

Infos

Weitere Informationen zum Projekt bei

Ralf Tepel / Catrin Braun
06251 / 7005-23 oder -47
r.tepel@kkstiftung.de
c.braun@kkstiftung.de

Kindern eine faire Chance geben!

Spenden anlässlich der Beisetzung von Rainer Stephan schaffen Zukunft für benachteiligte Kinder in Südindien

Anlässlich des Todes des langjährigen Schulleiters der Langenberg-Schule in Birkenau und Vorsitzenden der Gemeindevertretung in Fürth Rainer Stephan Ende vergangenen Jahres hatte seine Familie statt Grabspenden zu Spenden für benachteiligte Kinder in Indien aufgerufen. Jetzt besuchte Ralf Tepel, Vorstand der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, die Einrichtung in Südindien, in die die zahlreichen Spenden geflossen sind.

Zum Projekt

Aus einer kleinen Seitenstraße einer eng bebauten Siedlung am Stadtrand der südindischen Millionenstadt Coimbatore dringt fröhliches Kindergeschrei. Es kommt aus dem Abhaya Student Shelter, einem kleinen Kinderheim.

Das Abhaya Student Shelter in einem Vorort der südindischen Millionenstadt Coimbatore beherbergt derzeit 16 Mädchen im Alter von sieben bis 15 Jahren. Kinderarbeit in den umliegenden Ziegeleibetrieben aber auch der Tod oder die Erkrankung ihrer Eltern an HIV/Aids hat sie in diese Einrichtung gebracht, die in den letzten Jahren mit Unterstützung der Anna Schmidt Schule in Frankfurt erbaut wurde.

Auch die zehnjährige Jothimani hat hier ein neues Zuhause gefunden. Ihre Mutter ist 2007 an Aids verstorben, auch ihr Vater ist HIV-positiv und kann die Familie kaum noch ernähren. Der letzte Wunsch der Mutter war es, dass sich Jothimani um ihren dreijährigen Bruder Kannan kümmern sollte. Deshalb ging sie kaum noch zur Schule und nahm praktisch die Rolle ihrer Mutter ein. Sie kümmerte sich um ihren Bruder, organisierte so gut es ging den Haushalt der Familie und knüpfte an den Wochenenden Blumenkränze zum Verkauf.
Jothimani hat mittlerweile im Abhaya Student Shelter ein neues Zuhause und neue Freunde gefunden. 
 
In der Einrichtung, in der die Mädchen übernachten und pädagogisch betreut werden, erhalten sie Verpflegung und Kleidung. Sie können hier nach dem Schulunterricht spielen und werden regelmäßig ärztlich untersucht. Vom Abhaya Student Shelter gehen sie jeden Morgen in benachbarte Schulen.

"16 Leben, 16 Geschichten, 16 Chancen"

Unter dem Titel "16 Leben, 16 Geschichten, 16 Chancen" haben Kerstin Fischer und Laura Deichfuß, zwei junge Frauen aus Bensheim und Hemsbach, die Kinder porträtiert. Beide haben von September 2008 bis Ende Februar 2009 einen von der Karl Kübel Stiftung organisierten Freiwilligendienst in dem Heim absolviert und eindrucksvolle Erfahrungen gesammelt. 

Laura Deichfuß und Kerstin Fischer berichten stolz davon, wie sie jeden Morgen mit den Kindern in die Schule gehen und wie sich das Bild der Einrichtung dadurch gewandelt hat. „Als die jungen Deutschen hier angefangen haben, waren die Kinder unserer Einrichtung in der Nachbarschaft nicht gern gesehen. HIV/Aids und Kinderarbeit sind hier leider weit verbreitet. Die, die davon betroffen sind, werden von der Gesellschaft ausgegrenzt", so der Leiter der indischen Trägerorganisation NMCT (Native Medicare Charitable Trust). Die Tatsache, dass die jungen Deutschen fast sieben Monate in der Einrichtung lebten und damit nach außen dokumentierten, dass es keinen Grund gibt, die Kinder auszugrenzen, hat den Mädchen gut getan. Mittlerweile kommen viele Kinder aus der Nachbarschaft, um mit den Kindern im Abhaya Student Shelter zu spielen.

Grundgedanke von Rainer Stephan lebt in diesen Kindern weiter

Kindern eine faire Chance geben, das war eines der Leitmotive des Lebens und Wirkens von Rainer Stephan. Dieser Grundgedanke lebt nun in Indien, im Leben der Mädchen des Abhaya Student Shelter fort. Auch für Jothimani hat hier ein neues Leben begonnen. Nicht nur die Schule steht nun für sie im Vordergrund, auch die Entwicklung ihrer persönlichen Fähigkeiten wird in dem kleinen Heim gezielt gefördert.

Jothimani zeigt besonderes Interesse am Tanz und sie zeichnet gern, Talente, die nun gezielt unterstützt werden können. Sie möchte einmal Lehrerin werden, und sie möchte genug Geld verdienen, um für ihre Familie ein kleines Haus bauen zu können.

Auch wenn der Bau der Einrichtung zunächst finanziert werden konnte, waren die monatlichen Kosten von etwa 27,- Euro für die Betreuung eines Kindes lange Zeit nicht gedeckt. Dank der zahlreichen Spenden anlässlich der Trauerfeierlichkeiten von Rainer Stephan sind die Kosten für eine ständig wachsende Zahl von Kindern jetzt gesichert. Insgesamt wurden fast 5.300,- Euro gespendet, ein gewaltiger Betrag, mit dem diesen Kindern für mindestens ein Jahr ein Leben in Würde ermöglicht wird. Entsprechend einem der Leitmotive des Lebens und Wirkens von Rainer Stephan erhalten Kinder hier eine faire Chance für ihre Zukunft.

Spendenkonto der Karl Kübel Stiftung

Sparkasse Bensheim
BLZ 509 500 68
Kontonummer 50 50 000
Stichwort: Bildung statt Kinderarbeit / Rainer Stephan


Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie

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