Projekt zur Reintegration von Straßenkindern in Cebu City: Die Philippinen gehören zu den Ländern, in denen die Zahl der Straßenkinder drastisch zugenommen hat. Allein in der Metropole Cebu City in den südlichen Philippinen liegt die Zahl der Straßenkinder bei weit mehr als 10.000 Kindern.
Allein oder in Gruppen leben diese Kinder auf den Bürgersteigen, in kleinen Marktständen oder in Hauseingängen. Der Verlust unterstützender sozialer Strukturen von Familie und Gesellschaft führt dazu, dass sich die Kinder mit ihren Altersgenossen zu kleinen Gangs zusammenschließen und ohne Beschäftigung den ganzen Tag auf den Straßen herumlungern und durch Drogenkonsum und Schnüffeln von Klebstoffen der tristen Realität zu entfliehen versuchen.
Diese Kinder leben in extremster Armut und sind ständig Gewalt, Kriminalität, Prostitution, sexuellem Missbrauch und staatlicher Willkür ausgesetzt. Ohne Hilfe von außen sind die Aussichten auf eine kindgerechte Entwicklung und eine bessere Zukunft für diese Kinder äußerst gering. Viele von ihnen geraten zudem wegen Bagatelldelikten in Konflikt mit dem Gesetz und werden inhaftiert. Durch den Aufenthalt in staatlichen Gefängnissen traumatisiert und ohne Zukunftsperspektive entlassen, bieten kriminelle Aktivitäten auf der Straße häufig die einzige Möglichkeit zu überleben.
Das Projekt
Die Erfahrungen der seit vielen Jahren vor Ort tätigen Ordensgemeinschaft, der Steyler Missionare, zeigen, dass es in Cebu bei weitem nicht ausreichend Schutz- und Rehabilitationseinrichtungen für Straßenkinder gibt. Um hier Abhilfe zu schaffen, führt die von den Steyler Missionaren gegründete Organisation Justice, Peace & Integrity of Creation der Projektträger JPIC-IDC ein umfassendes integriertes Projekt zur Reintegration von Straßenkindern in Cebu City durch.
In einem zentral gelegenen, kleinen Zentrum finden Straßenkinder zunächst Zuflucht und werden medizinisch und psychologisch behandelt. Durch therapeutische Maßnahmen, freizeitpädagogische Angebote sowie die Wiedereinschulung und die Vermittlung von Ausbildungsplätzen wird die Entwicklung der Kinder gefördert und ihnen wieder eine Zukunftsperspektive eröffnet.
Wo möglich wird die Reintegration der Kinder in ihre Familien vorbereitet und vom Projekt langfristig unterstützt. Begleitet wird dieser Reintegrationsprozess durch bewusstseinsbildende Maßnahmen für die betroffenen Eltern und zum Teil auch für die beteiligten Gemeinden. Eltern, die nicht für den Schulbesuch ihrer Kinder aufkommen können, erhalten zinsgünstige Kredite für einkommensschaffende Maßnahmen, um damit das Haushaltseinkommen aufzubessern.







