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»Sich selbst zu verwirklichen und anderen dabei zu helfen, ist Teilnahme an der Schöpfung Gottes.« (Karl Kübel)

Präventionsnetzwerk

In Bensheim entsteht ein Präventionsnetzwerk für den Kindesschutz

Reges Interesse an gemeinsamer Initiative von Stadt und Stiftung
Bensheim. Rund 30 interessierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Stadt Bensheim und der Karl Kübel Stiftung gefolgt und hatten am 26. Mai 2008 an der Auftaktveranstaltung zum neuen Präventionsnetzwerk für den Kindesschutz teilgenommen. Beide hatten angesichts alarmierender Meldungen von Kindesvernachlässigung und -misshandlung im gesamten Bundesgebiet Ende 2007 beschlossen, das Netzwerk zu gründen.

Kinder benötigen unsere Aufmerksamkeit
Stadtrat Matthias Schimpf erläuterte, dass das Präventionsnetzwerk familiäre, gesellschaftliche und institutionelle Kräfte mit dem Ziel bündeln solle, den Kindesschutz in der Stadt und  Umgebung zu verbessern. Es solle die Aufmerksamkeit für Bedürfnisse und Nöte von Kindern und ihren Eltern durch gezielte Informationen schärfen.

Daniela Kobelt Neuhaus von der Stiftung brachte in ihrer Ansprache das mit dem Netzwerk verbundene Grundanliegen auf den Punkt. Sie erklärte: "Kinder benötigen in besonderem Maße unsere Aufmerksamkeit und bedürfen der Erziehung und der Bildung, aber auch der Fürsorge und des Schutzes. Auf dem Weg zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit soll jedes Kind angemessen gefördert, begleitet, wertgeschätzt und geachtet werden. Hierfür tragen in erster Linie die Eltern und die Familie die Verantwortung.

Der Staat und geeignete Institutionen unterstützen die Eltern hierbei und haben gleichzeitig die Aufgabe, über das Wohl der Kinder zu wachen. Die überwiegende Zahl der Eltern erfüllt die sich ihnen stellenden Aufgaben mit Engagement und Liebe für ihr Kind." Angesichts der Fälle von Kindeswohlgefährdungen und -tötungen zeige sich jedoch, dass der Schutz von Kindern intensiviert und über die Privatsphäre der Familie hinaus zur Aufgabe der gesamten Gesellschaft und aller Institutionen vor Ort gemacht werden müsse. Das Präventionsnetzwerk werde nun Leitlinien erarbeiten, die aufzeigen, was Menschen an unterschiedlichen Stellen und in vielfältigen Positionen tun sollen, wenn sie vermuten oder wissen, dass das Wohl von Kindern in Gefahr ist.

Arbeitsgruppen gebildet
Es wurden Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit bestimmten Themen befassen; die Ergebnisse werden in einen Präventionsleitfaden in Form einer Broschüre fließen. Selbst gestellte Aufgabenfelder für die Gruppenarbeit sind unter anderem der Umgang mit Verdachtsmomenten, geeignete Anlaufstellen, das Erkennen von Gefahren für das Kindeswohl und Verhaltensregeln für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Betreuungseinrichtungen für Kinder und Sportvereinen.

Prävention bedeutet nicht Überwachung
Stiftung und Stadt betonten nochmals, dass das Präventionsnetzwerk nicht dazu diene, Ängste und Misstrauen zu schüren. Vielmehr solle es dazu beitragen, die Abschottung von verschiedenen Institutionen zu beenden, die sich bisher ohne gegenseitige Abstimmung für Kinder einsetzen sowie durch klare Richtlinien beispielsweise denjenigen mehr Sicherheit zu verleihen, die bei ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit regelmäßig Minderjährige betreuen.

Für zusätzliche Unterstützung sorgen Sponsoren wie die Sparkasse Bensheim, die GGEW und die Odenwald Quelle. Der Präventionsleitfaden liegt seit Mitte 2009 vor und kann direkt bei der
Karl Kübel Stiftung bestellt werden.

Infos und Kontakt
Wer sich für die Mitarbeit im Präventionsnetzwerk interessiert, kann sich melden bei Anja Köbe, Tel.: 0 62 51 / 70 05 21, E-Mail: n.ross@kkstiftung.de.


Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie

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