Die Early Excellence-Aktivitäten der Karl Kübel Stiftung im Überblick
Die Karl Kübel Stiftung (KKS) hat im Jahr 2008 in ihrem Zehnjahresprogramm festgelegt, sich in jedem Bundesland für den Aufbau einer Modellinstitution für Kinder und Familien einzusetzen, die nach den Grundsätzen des britischen Sure Start-Programms und dem Konzept "early excellence" arbeitet. Die ausgewählten Standorte in Deutschland sollen modellhaft beste Praxis entwickeln und Vorbilder für andere Organisationen und Initiativen in Deutschland sein.
Warum Early Excellence?
Ziel und Zweck der Karl Kübel Stiftung ist es, Eltern in die Lage zu versetzen, ihren Kinder ein chancengerechtes und ganzheitliches Aufwachsen zu ermöglichen und zu sichern. Nach intensiver Beschäftigung mit dem britischen early excellence-Konzept ist die Stiftung zu der Überzeugung gelangt, dass dieser Ansatz sehr gut geeignet ist, um die Stiftungsziele in konkreten Praxis-Forschungs-Projekten zu verwirklichen.
Im Mittelpunkt der englischen Pädagogik steht der Satz "every child matters" - jedes Kind ist wichtig und exzellent. Eltern werden möglichst schon in der Zeit der Schwangerschaft in die Familienzentren vor Ort eingeladen, damit sich dieser Satz bei ihnen festsetzt. In den Räumen der Zentren finden Eltern Orte und Partner für Gespräche, Beratung und Spielsituationen.
Die wichtigsten Ziele des englischen Sure-Start-Programms gelten auch für die Modellstandorte in Deutschland, die Eltern und ihre Kinder begleiten auf dem Weg zu Selbstwirksamkeit:
- Sicherheit, Gesundheit, Fortschritt und Freude im Leben,
- die Befähigung zu positiven Beziehungen,
- die Befähigung, einen positiven Beitrag für die Gesellschaft zu leisten,
- die Befähigung, ein befriedigendes Auskommen zu erreichen,
- stetige optimale Lernprozesse und Entwicklung.
Diese Ziele sollen überall dort gelten, wo mit Familien gearbeitet wird. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Einrichtungen und Dienste im Bildungs- und Sozialbereich eng vernetzt sind und dass ein Modulsystem an bedarfsgerechten privaten, staatlichen, materiellen oder ideellen Hilfen Eltern und ihre Kinder auf ihrem Bildungsweg flankiert. Oberstes Ziel ist dabei, soviel Selbstwirksamkeit wie möglich und so viel Begleitung wie nötig.
Auswahl der Modellstandorte
Getreu ihrer Leitlinie, Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten, sucht die Stiftung nach Institutionen und Einrichtungen, die sich bereits auf den Weg zu einer dialogischen Pädagogik gemacht haben und die Kinder und Familien in ihrem jeweiligen Sozialraum aktivierend begleiten.
Zentrale Auswahlkriterien sind bereits vorhandene Netzwerke und eine hohe Bereitschaft, die Bedarfe der Familien vor Ort zu verstehen und im Sinne von Empowerment zu beantworten. Dazu gehört die Kompetenzpartnerschaft mit Eltern, Fachkräften aus benachbarten und anderen Disziplinen, politischen und wirtschaftlichen Gremien sowie die Bereitschaft, auch ungewöhnliche Wege zu beschreiten, wenn es denn für die Kinder und Familien gut ist.
Seit der Aufnahme ihrer Early Excellence-Aktivitäten hat die Stiftung folgende Modellstandorte definiert und dort mehrjährige Kooperationsprojekte gestartet:
- Kinder- und Familienzentrum (Kifaz) in Frankfurt-Fechenheim (Hessen)
- Mehrgenerationenhaus und Kindertagesstätte Mahlastraße in Frankenthal (Rheinland-Pfalz)
- Kindertageseinrichtung "Dobritzer Kinderland" in Dresden (Sachsen)
- Deutscher Kinderschutzbund Ortsverein Heiligenhafen
- Eltern-Kind-Zentrum in der DRK-Kindertagesstätte "Regenbogen", Hamburg - Lohbrügge
- Kinder- und Familienzentrum des VAV Hohenschönhausen, Berlin-Hohenschönhausen
Aktuell laufen Vertragsverhandlungen mit einem potenziellen Standort in Jena (Thüringen).
Die Karl Kübel Stiftung unterstützt die Modellstandorte mit einem Programm, das auf den jeweiligen Bedarf vor Ort abgestimmt ist. Die Stiftung engagiert sich beispielsweise durch:
- organisatorische und konzeptionelle Beratung
- Fortbildungsmaßnahmen
- Hilfe bei der Akquise von Drittmitteln, Materialkostenzuschuss
- Gewinnung von Netzwerkpartnern
- Förderung günstiger Rahmenbedingungen durch Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit an den Standorten
- Evaluierung und laufende Erfolgskontrolle
Flankierende Aktivitäten:
- Neben der Arbeit an den Standorten fördert die Karl Kübel Stiftung die bundesweite Verbreitung des Early Excellence-Ansatzes durch Fachveranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyarbeit.
- Seit 2009 bietet das stiftungseigene Odenwald-Institut jährlich eine Fortbildung für angehende KoordinatorInnen, MultiplikatorInnen und BeraterInnen in Kinder- und Familienzentren an; im Rahmen des 25tägigen Programms werden Mittel und Wege aufgezeigt, um den Early Excellence-Ansatz in Kinder- und Familienzentren hierzulande zu adaptieren. Die ersten Zertifikate sind am 15. Oktober 2010 verliehen worden.
- Die nächste Fachtagung findet im November 2012 in Kooperation mit dem Bundesverband der Familienzentren e.V. in Kooperation in Berlin-Hohenschönhausen statt.
- Die Stiftung beruft regelmäßige gemeinsame Treffen der beteiligten Modellstandorte ein.








